BorkenFREI

WM-Boykott macht kurz Pause

BZ-Turmkieker

Donnerstag, 24. November 2022 - 10:30 Uhr

von Peter Berger

Turmkieker Peter Berger über das erste Spiel der Deutschen in der Fußball-WM.

Foto: Schwarze-Blanke

Nach der WM-Auftaktpleite hat sich der Turmkieker erstmal einen hinter die (Regenbogen-)Binde gekippt. Trotzig protestiert und schlecht gespielt. Das war’s im Wesentlichen. Das demonstrative Hand-vorm-Mund-Mannschaftsbild vor dem Anpfiff sah im ersten Moment so aus, als würde die Nationalelf an einer Aufklärungs-Kampagne teilnehmen, bei der es um vorbildliches Verhalten bei Erkältungskrankheiten geht.

Tja, meckern geht halt immer. Selbst besser machen ist schon schwieriger. Der Turmkieker ist bestimmt nicht der Typ, der sich traut, mit wehenden Regenbogen-Fahnen durch Katar zu laufen. Andererseits: War denn all die Jahre nicht genug Zeit für DFB und Co., sich eine wirklich wirksame Protestform zu überlegen – statt auf ein symbolisch völlig überfrachtetes Stückchen Stoff namens Kapitänsbinde abzuzielen?

Der Turmkieker wollte eigentlich einen großen Bogen um diese völlig deplatzierte Winter-Wüsten-WM in einem homophoben Land machen. Seinen Boykott lässt er angesichts der heiklen Lage der Nationalelf aber eine kurze Verschnaufpause machen. Das Fan-Sein hat am Sonntagabend Vorrang. Gegen Spanien muss ein Sieg her. Etwas schwarz-rot-goldene Deko im Wohnzimmer könnte nicht schaden. Der Turmkieker schaut mal nach, ob er vom Sommermärchen 2006 noch was über hat.