BorkenFREI

Stadtwerke Borken bekommen Zuschuss für Nahwärmenetz

600.000 Euro aus Bundesförderung

Mittwoch, 12. Mai 2021 - 10:00 Uhr

von Sven Kauffelt

Herzstück des neuen Wohngebietes auf dem Schmeing-Gelände in Weseke ist ein kaltes Nahwärmenetz, mit dem 48 der 65 geplanten Wohnhäuser beheizt werden. Für die Umsetzung haben die Stadtwerke einen hohen Zuschuss vom Bund bekommen.

Foto: pd

Ab Ende Juni können die neuen Eigentümer auf dem Schmeing-Gelände wohl mit dem Bau beginnen.

WESEKE. Die Erschließung des Schmeing-Geländes in Weseke zum Baugebiet ist in vollem Gange. Ein Herzstück von Borkens neuestem Wohngebiet wird das kalte Nahwärmenetz sein, dass die Stadtwerke Borken dort installieren. 48 der 65 Grundstücke werden darüber ebenso versorgt wie eine benachbarte Seniorenwohnanlage. Die Gebäude werden über eine Ringleitung ans Netz angeschlossen.

Wie die Stadtwerke nun mitteilen, wird das Projekt vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mit 600.000 Euro gefördert. Die anrechenbaren Gesamtkosten beziffern die Stadtwerke auf Nachfrage mit 1,6 Millionen Euro. Das Bundesamt unterstützt nach eigenen Angaben einzelne Wärmenetz-Projekte mit bis zu 15 Millionen Euro.

38 Sonden kommen ins Erdreich

„Das Prinzip der „Kalten Nahwärme“ als „saubere“ Energieform ist noch gar nicht so weit verbreitet“, erklärt Markus Niehaus, Energieberater der Stadtwerke Borken. „Es gibt bislang nur wenige Bauprojekte, die sie in diesem Umfang nutzen.“ Für die Stadtwerke sei ihr Einsatz „eine logische Konsequenz aus den Beschlüssen des Pariser Klimaabkommens. Darin hat sich die Bundesregierung verpflichtet, die CO₂-Emissionen bis 2050 um bis zu 95 Prozent zu senken“, sagt Niehaus. Ein Instrument, um dies zu erreichen, sind Förderprogramme wie „Wärmenetzsysteme 4.0“.

Für die Wärmegewinnung werden 38 Sonden ins Erdreich gebracht, die meisten davon unter einem Spielplatz. Die Stadtwerke lägen nach eigenen Angaben im Zeitplan. „Wegen eines defekten Bohrgerätes und schlechter Witterung hat es zwar eine Verschiebung um knapp vier Wochen nach hinten gegeben“, berichtet Matthias Geiping, „aber das ist im Rahmen.“ Ende Juni sind die Stadtwerke mit der Erschließung der Versorgungsleitungen im Baugebiet einschließlich ihres Anschlusses an die Ringleitung fertig.

Rund 125 Euro pro Monat

„Dann können die Bauherren loslegen“, sagt Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing. Dann sei es auch mit den lauten Bohrgeräuschen auf dem Gelände vorbei, ergänzt sie. Die Eigentümer der 48 Grundstücke, die ans Nahwärmenetz angeschlossen sind, zahlen dafür einmalig 15.000 Euro für den Netzanschluss. Die genutzte Wärme kostet dann nach Einschätzung von Stadtwerkesprecherin Antje Evers für den durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt rund 125 Euro pro Monat. „Die Kühlung im Sommer gibt es dann gratis dazu“, sagt sie.