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So sah sich Schily-Koppers selbst

Die BZ zeigt Kunst

Mittwoch, 8. April 2020 - 19:06 Uhr

von Markus Schönherr

Kultur-Veranstaltungen finden zurzeit nicht statt. Die BZ stellt daher in einer Serie Kunstwerke und Museums-Exponate vor. Hier geht es um ein Selbstporträt der Malerin Julia-Schily-Koppers, das in Borken noch nie ausgestellt wurde. Das Forum Altes Rathaus Borken stellt es vor.

Foto: Schönherr

Weil Kultur-Veranstaltungen im Moment ausfallen müssen, zeigt die BZ in einer Serie einige Exponate. Das Farb stellt in dieser Folge ein Selbstbildnis der Malerin Julia-Schily-Koppers vor.

BORKEN. Den Namen der berühmtesten Malerin der Stadt hat fast jeder Borkener schon einmal gehört. Wenn nicht in einem kulturellen Zusammenhang, dann doch durch die nach ihr benannte Gesamtschule: Julia Schily-Koppers (1855 bis 1944). Wer sich immer gefragt hat, wie Julia Schily-Koppers wohl ausgesehen hat, kann sich im wahrsten Sinne des Wortes bald ein Bild davon machen. Das Forum Altes Rathaus Borken (Farb) wird nach seiner Eröffnung ein Selbstporträt der Malerin zeigen, das seit 2017 im Besitz der Stadt Borken ist und hier noch nie ausgestellt wurde.

Selbstbewusster Blick

Das auf Holz gemalte Ölgemälde sei am Ende von Schily-Koppers‘ akademischer Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf entstanden, erklärt Farb-Leiterin Dr. Britta Kusch-Arnhold. „Sie schaut sehr selbstbewusst den Betrachter an.“ Zu sehen ist auch, welche Mal-Utensilien die Künstlerin benutzte. Die Malhand stützt sie auf einem Stock ab. Damit zeige sie, dass sie technisch begabt ist und Feinmalerein ausführen kann, so Kusch-Arnhold.

Bei der Kleidung geflunkert

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Ein wenig geflunkert hat Schily-Koppers wohl bei der dargestellten Kleidung. Dass die Künstlerin beim Malen tatsächlich so elegante Kleider trug, glaubt Kusch-Arnhold nicht. „Das hat etwas damit zu tun, dass sie sich als selbstbewusste Künstlerin zeigt.“ Tatsächlich dürfte auch Schily-Koppers im Malkittel an der Staffelei gesessen haben.

Das Bild „Selbstbildnis (an der Staffelei)“ stammt aus dem Nachlass der Familie Schily-Koppers. Ein Nachkomme der Familie sowie dessen Halbbruder hatten die Idee, dass das Gemälde für die Stadt Borken interessant sein könnte. Nach dem Ankauf wurde es restauriert. „Seitdem erstrahlt es wieder in wunderbaren Farben“, sagt Britta Kusch-Arnhold.

Julia Schily-Koppers wurde am 10. Februar 1855 in Borken geboren. Ihr Geburtshaus stand ungefähr auf Höhe des heutigen Vennehofs. Ihre erste künstlerische Ausbildung erhielt Schily-Koppers bei dem Münsteraner Kirchenmaler Dominik Mosler, bevor sie 1876 zum Studium nach Düsseldorf ging. 1878 zeigte sie bei einer Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin ihre Werke, worauf die Teilnahme an zahlreichen, auch internationalen Ausstellungen folgte. Der frühere Bundes-Innenminister Otto Schily ist ein Enkel der Malerin.


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