BorkenFREI

Schüler der Merian-Realschule in Weseke lernen viel über Bienen

Besuch vom Imker

Sonntag, 5. Juni 2022 - 13:00 Uhr

von Borkener Zeitung / pd

Schüler der Merian-Realschule in Weseke haben viel über Bienen gelernt – und deren Bedrohung. Dabei wurde ihnen bewusst: Es muss einiges geschehen, um das Bienensterben zu stoppen.

Ein Volk hinter Glas.

WESEKE. „Stellt euch vor: Jeden Tag fliegen 25.000 Bienen eines Volks zehn Mal aus und auf jedem Flug bestäuben sie zehn Blüten. Wie viele Blüten bestäuben sie also an einem einzigen Tag?“ Die Schüler der Merian-Realschule in Weseke zählen in Gedanken die Nullen und sind mehr als überrascht: 2,5 Millionen Blüten!

Der Imker Werner Dersen, Vorsitzender des Imkervereins Borken/Heiden, kennt die Reaktion: „Vielen ist gar nicht bewusst, welche große Rolle diese kleinen Wesen in der Natur spielen.“

„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) nennt sich der pädagogische Ansatz, die Zukunftsthemen unserer Zeit in die Schulen zu holen. Ein Ansatz, der der Merian-Realschule wichtig ist. Lehrerin Anne Würz stellte den Kontakt zu dem Imker her, der es nun den Kindern ermöglicht, die Bienen hautnah zu erleben. „Erst wenn Wissen erfahrbar gemacht wird, gibt es auch eine echte Chance, dass dieses nachwirkt“, betont die Lehrerin.

Foto: Anne Würz / Marcel Settner

Schüler Owen Schulz im Imkeranzug: Er lernte viel über die fleißigen Insekten und deren Bedrohung.

Und so können die Schüler an diesem Vormittag die Waben eines Bienenstocks untersuchen, die Bienen eines Volks durch eine Glasscheibe hindurch beobachten, Honig abfüllen und die Arbeitsgeräte eines Imkers kennen- lernen.

Es muss einiges geschehen, um das Bienensterben zu stoppen

Eine Schülerin möchte mehr über das Bienensterben wissen. Imker Dersen weist darauf hin, dass es nicht die Honigbienen, sondern viele Arten der Wildbienen sind, die akut vom Aussterben bedroht sind. Die Gründe kennen einige der Schüler: Zu wenige Wiesen, Monokultur der Landwirtschaft, Insektizide. Neu ist für sie allerdings, welche Rolle die Lichtverschmutzung spielt. „Bienen nutzen auch den Mond als Orientierung. Schon eine Straßenlaterne kann für sie zur tödlichen Falle werden“, erklärt der Imker. Obwohl Bienen nicht nachtaktiv seien, reduziere sich ihre Bestäubungsleistung durch künstliches Licht um über 60 Prozent. Den Schülern wird klar: Es muss einiges geschehen, um das Bienensterben zu stoppen.

Am Ende der Veranstaltung geht der eine oder andere Schüler mit einer Wabenprobe nach Hause und nimmt damit ein Stück (be)greifbares Wissen dieses Vormittags mit.