Borken

Naturschutzbund lehnt Erweiterung ab

Gewerbepark

Mittwoch, 27. November 2019 - 18:19 Uhr

von Peter Berger / pd

Die Borkener Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) lehnt die Erweiterung des Gewerbeparks ab. „Ein wertvolles Stück Natur wird für ein Einzelunternehmen geopfert und geht dauerhaft verloren“, so Sprecher Georg Heisterkamp.

Foto: Peter Berger

Der Zaun wird künftig weiter rechts stehen. Der städtische Umwelt- und Planungsausschuss stimmte dafür, eine Magerrasenfläche dem Gewerbepark Hendrik de Wynen zuzuschlagen. Das schafft für die Firma Bleker (links) Erweiterungsmöglichkeiten.

BORKEN. Die Borkener Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) lehnt die Erweiterung des Gewerbeparks ab. „Ein wertvolles Stück Natur wird für ein Einzelunternehmen geopfert und geht dauerhaft verloren“, teilt Sprecher Georg Heisterkamp mit.

Umsiedlung als allerletztes Mittel

Die Sitzung des städtischen Umwelt- und Planungsausschusses ist aus Sicht der Naturschützer enttäuschend verlaufen. Den Fragestellern sei versichert worden, dass alles seine Richtigkeit habe, zumal die Untere Naturschutzbehörde des Kreises keinerlei Einwände habe. „Letzte Zweifel werden ausgeräumt, als Herr Bleker die Gelegenheit erhält sein Vorhaben vorzustellen und eine entsprechende ‚Drohkulisse‘ aufzubauen“, so Heisterkamp.

Die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen seien in der Sitzung nicht weiter vertieft worden. Aus naturschutzfachlicher Sicht sei eine Umsiedlung streng geschützter Arten wie der Zauneidechse das allerletzte Mittel, da Tiere dabei verletzt oder gar getötet werden können – vor oder während der Baumaßnahmen. „Das wird hier wissentlich und billigend in Kauf genommen“, so Heisterkamp. Auch sei nicht sichergestellt, dass die angepeilten „Ersatzlebensräume für Zauneidechse, Baumpieper und Co.“ überhaupt geeignet seien. Diese basierten lediglich auf Einschätzungen, nicht aber auf einer methodischen Kartierung.

„Wenig nachhaltig“

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises nutze ihren Ermessensspielraum nicht im Sinne der Natur, sondern beschränke sich „wiederum auf das absolute Minimum“. Zu Planungen wie im vorliegenden Fall habe die höhere Naturschutzbehörde (bei der Bezirksregierung) auf Anfrage des Nabu erklärt, dass eine Überplanung von bestehenden Kompensationsflächen mit Vorkommen von europarechtlich geschützten Arten wie der Zauneidechse naturschutzfachlich grundsätzlich nicht sinnvoll sei.

Eine derartige Erkenntnis scheine der Stadt Borken und der zuständigen Abteilung des Kreises zu fehlen. „Ob der stetig steigende Flächenverbrauch naturschutzfachlich bedeutender Flächen zu Gunsten von Wachstum ‚der richtige Weg‘ ist, wie auf vielen Veröffentlichungen der Stadt Borken zu lesen, ist nicht nur fragwürdig, sondern zudem wenig nachhaltig mit Blick auf unsere Zukunft und die folgender Generationen“, so Heisterkamp.

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