Borken

In Weseke gibt’s „Kunst im Showfenster“

Atelier für kulturelle Angelegenheiten

Donnerstag, 24. Dezember 2020 - 07:00 Uhr

von Borkener Zeitung / pd

„Bitte nicht anlehnen!“ heißt die neueste Ausstellung des Ateliers für kulturelle Angelegenheiten (Aka) in Weseke. Die Ausstellung ist so konzipiert, dass man sie sich bequem bei einem Weihnachtsspaziergang ansehen kann.

Foto: pd

Jederzeit können die Arbeiten im und um das Showfenster an der Hauptstraße betrachtet werden.

WESEKE. Wer für den Weihnachtsspaziergang noch ein schönes Ziel sucht, sollte die Kunsthalle Weseke in Erwägung ziehen. Dort ist von außen eine Showfenster-Ausstellung zu sehen, die sich von Woche zu Woche etwas verändert. Unter dem Titel „Bitte nicht anlehnen!“ zeigt das Atelier für kulturelle Angelegenheiten (Aka) Arbeiten von Manfred Kirschner.

Manfred Kirschner, geboren 1971 in Achim, lebt und arbeitet als Maler, Performer und Galerist in Berlin. In seinen Leinwandbildern zeigt Manfred Kirschner Motive der Waren- und Konsumwelt, die zum Teil durch Text ironisiert werden, heißt es in einer Mitteilung des Aka. So stehe über einer Schere „You can call me god“. Ist hier die gottähnliche Macht eines (Film-)Cutters oder eines Schneiders gemeint oder hat der Maler schlicht ein „o“ vergessen und möchte eigentlich, dass wir ihm vertrauen?

Eine schwarze Baum-Silhouette mit einigen Farbläufern vor einem Himmel aus braunen Mischtönen trägt den Titel „Bitte nicht anlehnen!“ und stellt damit ironisch nicht nur den (Gebrauchs-)Wert zeitgenössischer Kunstobjekte sondern gleich die Dauerhaftigkeit von Kultur insgesamt infrage. „Ein Thema, das uns gerade in pandemischen Zeiten stark beschäftigt, wenn die Systemrelevanz von Dienstleistungs- und Produktionsbereichen und damit die scheinbare Wichtigkeit von Menschen und ihren Funktionen im Fokus einer öffentlichen Debatte steht“, heißt es in der Mitteilung.

Ein weiteres Bild zeigt einen Einkaufswagen mit der Überschrift „The miracle of shopping is possible every day“. Es preißt angeblich die endlosen Möglichkeiten des Kapitalismus – vorausgesetzt, man hat das Geld, den Einkaufswagen zu füllen.

„Kirschners Bilder erinnern uns als Betrachtende hintersinnig an die Absurditäten des menschlichen Daseins, und seine ironischen Kommentare werfen gerade in Krisenzeiten die Frage auf: Wie lang kann es uns hier noch so gutgehen...?“, so das Aka. Außerdem sind weiter Arbeiten von Claudia Piepenbrock zu sehen: Ein Neonschriftzug und eine an der Hauswand lehnende Stimmgabel, die ein Gegenstück an der B70 hat.

www.aka-anders.de