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Handy ist oft Knackpunkt in der Eltern-Kind-Beziehung

Psychologische Beratungsstelle des Caritasverbandes

Dienstag, 12. November 2019 - 14:30 Uhr

von Borkener Zeitung

Immer öfter kommen Ratsuchende mit „digitalen Problemen“ in die Psychologische Beratungsstelle des Caritasverbandes Borken. Typische Beispiele sind etwa Streitigkeiten zwischen Eltern und jugendlichen Kindern beim Umgang mit dem Handy, teilt der Caritasverband mit.

Foto: pixabay

Wie nutzt das eigene Kind das Handy und die Sozialen Medien? In vielen Familien kann dies zu Diskussionen führen.

BORKEN. Dabei geht es um Fragen wie „Wann und für was wird das Handy genutzt?“, „Welche Regeln gibt es?“ und „Wie werden diese eingehalten?“. Eltern und Jugendliche hätten hier – wie sollte es auch anders sein – sehr unterschiedliche Vorstellungen.

„Im Laufe der Beratung zeigt sich jedoch häufig, dass weniger die Abstimmung und Einhaltung von Regeln problematisch sind, sondern der Streit zum einen auf der Komplexität digitaler Inhalte fußt und zum anderen auf der mangelnden elterlich-digitalen Kompetenz“, erklärt Dr. Stephan Rietmann, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle des Caritasverbandes.

Häufig kämen Eltern zu der Erkenntnis, dass eine wachsende digitale Unübersichtlichkeit und Unkontrollierbarkeit im zunehmenden Gegensatz zum elterlichen Kontrollbedürfnis steht, so Rietmann. „Hilfreich sind dann vielfach die Reflexion des eigenen, vermeintlich naiven Nutzungsverhaltens, die problemorientierte Aufklärung und das Schaffen eines vertrauensvollen, ,digitalen Gesprächsklimas’ mit der Tochter oder dem Sohn“, so Riethmann weiter.

Foto: pd

Dr. Stephan Rietmann (rechts) mit seinen Kollegen Maik Sawatz (links) und Mathias Berg.

Mit seinen beiden Kollegen, Maik Sawatzki und Mathias Berg – alle tätig in der Beratungsarbeit bei Caritasverbänden in Nordrhein-Westfalen, Mathias Berg mittlerweile auch als Lehrender an der Katholischen Hochschule NRW – hat Dr. Stephan Rietmann nun eine neue Fachpublikation „Beratung und Digitalisierung – zwischen Euphorie und Skepsis“ herausgegeben. Sie befasst sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Soziale Arbeit der Wohlfahrtsverbände, insbesondere in der Beratungsarbeit. Anhand von wissenschaftlich fundierten Aufsätzen und Projektbeschreibungen aus der Praxis werde dem fachlich interessierten Leser und Praktiker im Feld der Sozialen Arbeit das Querschnittsthema der Digitalisierung erschlossen.


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