Borken

Grüne müssen Kandidatenkür wiederholen

Kommunalwahl

Samstag, 11. Juli 2020 - 09:34 Uhr

von Peter Berger

Wegen eines Formfehlers hat der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen die Aufstellung der Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September wiederholen müssen.

Foto: Peter Berger

Aufgestellt im zweiten Anlauf (von links): Claudia Jung, Maja Becker, Sandra Krüger, Siegfried Martsch, Andrea Brauckhoff, und Josef Schweers.

BORKEN. Zur ersten diesbezüglichen Mitgliederversammlung am 29. Mai habe sie keine ordnungsgemäße Ladung erhalten, hatte Sigrid Wingerter moniert. Die ehemalige Fraktionsvorsitzende hatte im Sommer 2019 nach einem Zerwürfnis mit dem Ortsverbandsvorsitzenden Siegfried Martsch die Fraktion verlassen, aber das Ratsmandat behalten. Parteimitglied ist sie ebenfalls geblieben. Da sie ihren Wohnsitz nach wie vor in Borken hat, hätte Wingerter den Regularien entsprechend über die Kandidatenaufstellung informiert werden müssen.

Maja Becker Spitzenkandidatin

Für den Fehler und die damit verbundenen Unannehmelichkeiten übernehme er die Verantwortung, so Siegfried Martsch. Die neuerliche Versammlung, die am Freitagabend im Haus Fliederbusch stattfand und an der Wingerter nicht teilnahm, brachte keine Überraschung. Die 13 stimmberechtigten Mitglieder wählten die Kandidaten in derselben Reihenfolge wie bei dem Votum Ende Mai. Auf den sieben vorderen Listenplätzen stehen Maja Becker, Siegfried Martsch, Sandra Krüger, Josef Schweers, Claudia Jung, Andrea Brauckhoff und Hartwig Westermann. Auch die Direktkandidaten für die 19 Wahlbezirke im Stadtgebiet wurden erneut gewählt.

Momentan haben die Grünen vier Sitze im Borkener Stadtrat. Martsch hofft, dass es bei der Wahl am 13. September mehr werden. Zugleich bekräftigte der Vorsitzende die Linie der Grünen, keinen der beiden Bürgermeisterkandidaten – Mechtild Schulze Hessing (CDU) und Martin Schulz (SPD) – zu unterstützen. „Ein Kandidat der SPD wäre kein Gewinn für unsere Politik“, fügte Martsch hinzu. Unzufrieden äußerte sich der Grünen-Politiker über das städtische Klimaschutzmanagement. Über die Auswahl und die Entscheidung, wer den Posten erhält, sei man von der Verwaltung nur unzureichend informiert worden, so Martsch.

Wahlkampf mit Pferdegespann

Den Wahlkampf werde man an die geltenden Corona-Beschränkungen anpassen müssen. Zu Besuch kommen sollen unter anderem der Fraktionsvorsitzende im NRW-Landtag, Arndt Klocke, der agrarpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, und die wirtschaftspolitische Sprecherin Katharina Dröge. Neben einem Video wollen die Grünen einen weiteren Akzent setzen, indem sie für den Wahlkampf einen Pferde-Planwagen „chartern“. Das sei, so Martsch, aber kein Indiz dafür, wie sich die Grünen die künftige Mobilität vorstellen.