Borken

Die Burg Gemen soll Pilgerort für Junge werden

Burgkaplan Ralf Meyer setzt neue Schwerpunkte

Sonntag, 17. Januar 2021 - 12:00 Uhr

von Borkener Zeitung / pd

„Für die Region und den Kreis Borken ist die Burg bereits eine großartige Sehenswürdigkeit, aber ich denke, dieser Ort ist auch eine ‚Glaubenswürdigkeit‘, wo Jugendliche ihren Glauben und ihre Persönlichkeit erleben und entwickeln können“, sagt der Burgkaplan Ralf Meyer.

Foto: pd

Burgkaplan Ralf Meyer vor der Jugendburg Gemen.

BORKEN. Zu einem Pilgerort für Jugendliche möchte Burgkaplan Ralf Meyer die Jugendburg Gemen machen. „Sie sollen sich hier kritisch mit ihrem Glauben auseinandersetzen können“, fasst der junge Priester sein neues Konzept zusammen. Bisher hätten die meisten die Burg als Bildungsstätte kennengelernt und seien im Klassenverband oder im Verein angereist. Dieses Angebot soll ausgeweitet werden – mit dem Ziel, nicht nur Gruppen, sondern auch einzelne Jugendliche anzusprechen. Die Jugendburg Gemen ist die einzige Jugendbildungsstätte in Trägerschaft des Bistums Münster und weit über die Bistumsgrenzen bekannt.

Burg sei eine Glaubenswürdigkeit

„Für die Region und den Kreis Borken ist die Burg bereits eine großartige Sehenswürdigkeit, aber ich denke, dieser Ort ist auch eine ‚Glaubenswürdigkeit‘, wo Jugendliche ihren Glauben und ihre Persönlichkeit erleben und entwickeln können“, sagt der Burgkaplan, der im Mai vergangenen Jahres seine Stelle angetreten hat. Dafür möchte er Gebetsabende und digitale Treffen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem näheren und weiteren Umkreis anbieten. Bei den Gottesdiensten in der Burgkapelle sollen die Jugendlichen nach Möglichkeit unter sich bleiben können: „Dann öffnen sie sich anders und trauen sich mehr“, diese Erfahrung hat Ralf Meyer immer wieder bei Gottesdiensten speziell für diese Altersgruppe gemacht.

Wunsch nach Gottesdienst für Jugendliche

Dass dies nicht jedem gefallen wird, dessen ist sich der junge Priester durchaus bewusst. Er möchte niemanden verprellen und schon gar nicht davon abhalten, eine Messe auf der Burg mitzufeiern, dennoch: „Es wäre einfach schön, wenn es gerade auf der Jugendburg einen Gottesdienst gibt, der gezielt für die Jugendlichen ist und ihnen einen dafür passenden Raum öffnet.“ Schließlich biete die Kirche auch anderen Zielgruppen ähnlich „exklusive“ Gottesdienste.

Als Vorbild für weitere konzeptionelle Ideen hat Meyer den Synodalen Weg der Deutschen Bischofskonferenz im Hinterkopf. Dort diskutieren Verantwortliche sowie Vertreterinnen und Vertreter der katholischen Kirche über aktuelle kirchenpolitische Themen: „Ich möchte Gruppen bilden, die sich lokal und digital treffen, um sich über Gott und ihren Glauben auszutauschen.“ Wer sich an diesem Prozess beteiligen möchte, kann sich ab der kommenden Woche über die Internet-, Facebook- oder Instagramseiten der Jugendburg informieren und sich zu den Terminen im Februar und März anmelden.

Zum Thema: Die Burg Gemen

Die Burg Gemen kann auf eine mehr als 900-jährige Geschichte zurückschauen. Wesentlich für den Erhalt und Ausbau der Burganlage ist Hermann-Otto II. Graf von Limburg Styrum, Herr zu Gemen von 1657 bis 1704. Er machte aus der mittelalterlichen Burg ein Schloss. Neuer Besitzer im Jahr 1822 wurde Freiherr Johann Ignaz Franz von Landsberg-Velen. Für seinen Sohn Friedrich-Ludolf und seine Frau Sophia Freiin von Imbsen zu Wewer renovierte er das Schloss grundlegend. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Burg zum deutschen Lazarett, 1945 bezog die englische Armee das Anwesen. Ab 1946 pachtete der Bischof von Münster die Burg Gemen und installierte dort eine Jugendbildungsstätte. Seitdem heißt das Ensemble „Jugendburg Gemen“.