BorkenFREI

Brustaufbau nach Krebs in der Pandemie – geht das?

„Frag’ doch mal den Arzt“

Donnerstag, 8. April 2021 - 11:00 Uhr

von Edgar Rabe

Der „Wiederaufbau der Brust nach Krebs in Zeiten der Pandemie, geht das?“ Um dieses Thema geht es bei der nächsten Telefonsprechstunde im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frag’ doch mal den Arzt“.

Foto: CB

Bei der Rekonstruktion der weiblichen Brust muss nicht immer ein Implantat verwendet werden. Der Plastische Chirurg kann zur Formung der neuen Brust körpereigenes Gewebe der Patientin verwenden.

BORKEN. Brustkrebs – wenn eine Frau diese Diagnose erhält, bricht nicht selten zunächst für sie und auch für die Familie eine Welt zusammen. Was folgt sind intensive weitere Untersuchungen, eventuell Chemotherapie, häufig auch Operationen an der weiblichen Brust – in manchen Fällen auch die Entfernung des Brustgewebes.

Der „Wiederaufbau der Brust nach Krebs in Zeiten der Pandemie, geht das?“, lautet das Thema der nächsten Telefonsprechstunde im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frag’ doch mal den Arzt“ in Zusammenarbeit der BZ und des Klinikums Westmünsterland. Am kommenden Dienstag, 13. April, beantwortet der Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie am St.-Marien-Hospital Borken, Prof. Dr. Patrick Jaminet, die Fragen der Anrufer zum Thema. Er ist von 16 bis 17.30 Uhr erreichbar.

Der Plastische Chirurg ist in vielen Fällen ein gefragter Spezialist. Das Fachgebiet der Plastischen Chirurgen umfasst ein breites Aufgabenspektrum und leistet viel mehr als die reine Schönheitschirurgie.

Es ist auch für die Wiederherstellung der Haut und des Aussehens nach Verbrennungen, schweren Unfällen oder bei Fehlbildungen zuständig. Auch Operationen an den Händen werden in der Plastischen Chirurgie durchgeführt, wie zum Beispiel bei dem Karpaltunnelsyndrom. Und ebenso gehört der Wiederaufbau der weiblichen Brust, etwa nach einer Brustkrebserkrankung, zu den Aufgaben.

Ein Wiederaufbau der weiblichen Brust in Zeiten der Corona-Pandemie? „Wir bieten diese Hilfe natürlich weiterhin an, auch in Pandemie-Zeiten, denn gerade nach einer Krebserkrankung, bei der beispielsweise die Entfernung oder Teilentfernung einer Brust oder gar beider Brüste notwendig wurde, ist der Wiederaufbau der weiblichen Brust ein wichtiger Schritt im gesamten Heilungsprozess“, betont der Chefarzt.

Und genau darum geht es diesmal bei „Frag’ doch mal den Arzt“. Besteht der Wunsch nach einem Wiederaufbau der Brust, so kann zur Formung der neuen Brust körpereigenes Gewebe in verschiedenen Verschiebelappentechniken eingesetzt werden oder die Rekonstruktion durch die Verwendung von Implantaten erreicht werden.

  • Die Telefonsprechstunde findet statt am kommenden Dienstag, 13. April, von 16 bis 17.30 Uhr. Prof. Dr. Jaminet erreichen Sie unter der Rufnummer 02861/97-3391.

Foto: pd

Prof. Dr. Patrick Jaminet

Die Rekonstruktion der Brust mit eigenem Gewebe

Die Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie im St.-Marien-Hospital Borken ist Kooperationspartner im Brustzentrum Westmünsterland und bietet mit der Eigengewebsrekonstruktion eine silikonfreie Alternative zum Brustwiederaufbau.

„Die Brustrekonstruktion nach Brustkrebs ist ein wichtiger Bereich der Plastisch-Rekonstruktiven Chirurgie“, erklärt Prof. Dr. Patrick Jaminet, Chefarzt der Plastischen Chirurgie am St.- Marien-Hospital in Borken. „Deshalb wurden die technischen Möglichkeiten in diesem Bereich stetig vorangetrieben. Heute haben betroffene Frauen unterschiedliche Optionen, wenn sie ihre Brust rekonstruieren lassen wollen, so der Chefarzt.

Er verwendet hierfür unter anderem Hautfettlappen vom Unterbauch oder vom Oberschenkel und formt hieraus die neue Brust. Das transplantierte eigene Gewebe wird in der Regel an Blutgefäße, die unter den Rippen entspringen, angeschlossen (sogenannte „freie Lappen“). „Hautmuskellappen vom Rücken kommen nur noch sehr selten zum Einsatz, da sie wenig Eigengewebe bieten und häufig mit einem Implantat kombiniert werden müssen“, so der Plastische Chirurg. Durch die Transplantation von Eigengewebe profitierten die Patientinnen von einem natürlichen und dauerhaften kosmetischen Ergebnis, betont die Klinik. Spätere Eingriffe und Korrekturen, wie bei der Implantation von Silikonkissen, seien nur in seltenen Fällen notwendig. Zudem verändere sich die mittels Eigengewebe aufgebaute Brust bei Gewichtszu- und abnahmen auf natürliche Weise mit, heißt es weiter in der Beschreibung dieses Rekonstruktionsverfahrens.

Dazu wird Prof. Dr. Jaminet am Dienstag, 13. April (16 bis 17.30 Uhr), gerne Ihre Fragen rund ums Thema beantworten. Der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit der Zusatzbezeichnung Handchirurgie kommt gebürtig aus Luxemburg. Nach seinem Studium in Freiburg begann Prof. Dr. Jaminet seinen beruflichen Werdegang in der Unfall-, Hand- und Wiederherstellungchirurgie des Städtischen Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt. Seine fachärztliche Ausbildung absolvierte er in der Klinik für Plastische Chirurgie und rekonstruktive Mikrochirugie am St.-Marienhospital in Stuttgart sowie in der Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie an der BG Unfallklinik Tübingen. Im Anschluss war Prof. Dr. Jaminet als Leitender Oberarzt in der Klinik für Plastische Chirurgie am HELIOS-Klinikum Emil-von-Behring in Berlin tätig. Nun leitet er bereits seit sechs Jahren die Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie im Borkener St.-Marien-Hospital.