BorkenFREI

Beim „Kaiserwalzer“ konnte man auf der Jugendburg anbandeln

75 Jahre Jugendburg Burggeschichten (17)

Freitag, 15. Oktober 2021 - 12:00 Uhr

von Clemens Storcks

75 Jahre Jugendburg Gemen – das ist für die BZ der Anlass, „Burggeschichten“ zu sammeln. Gesucht werden persönliche Erinnerungen von Gemenern, ehemaligen Gemenern und allen, die sich in besonderer Weise der Burg verbunden fühlen. In der heutigen Folge erinnert sich Clemens Storcks.

Foto: Privat

Die Jugendburg schuf Glaubenserfahrungen, Gemeinschaftserlebnisse und stiftete im Einzelfall sogar Ehen.pd/privat

GEMEN. „Nach den Jahren im Kindergarten (Schwester Edelwalda) besuchte ich die Volksschule in Gemen. Lehrerin war Anna Koch. Anschließend war ich Schüler am Gymnasium in Borken. Diese Zeit schloss ich mit dem Abitur ab. Mein Studium an der katholischen pädagogischen Hochschule in Münster beendete ich erfolgreich und war nun Volksschullehrer. Als 25-jähriger Junggeselle wohnte ich 1961 auf einem Bauernhof in Rhede-Vardingholt und unterrichtete an der dortigen Landschule. Oft dachte ich bei mir, es wird Zeit, eine Frau fürs Leben zu finden.

Da erhielt ich eines Tages eine Einladung von der Werkgemeinschaft Lied und Musik zu einer Ferienfreizeit „Singen Spielen, Tanzen“ auf der Jugendburg Gemen. Umgehend meldete ich mich an, weil mir das Thema zusagte und ich hoffte unter den Teilnehmerinnen eine passende Frau zu finden. Im Rittersaal der Burg wurde jeden Tag gesungen und Volkstänze wurden einstudiert. Das machte mir sehr viel Spaß. Etwa nach jeder Stunde Singen gab es eine längere Pause.

Foto: pd

Sie haben sich auf der Jugendburg kennengelernt und feiern demnächst Diamantene Hochzeit.

In so einer Pause setzte ich mich einmal an den Flügel und spielte Stücke, die ich auswendig konnte, unter anderem den „Kaiserwalzer“. Am Ende klappte ich den Deckel zu.

Da merkte ich erst, dass zwei junge Frauen hinter mir standen und mich aufmunterten: „Spielen Sie doch bitte noch ein bisschen weiter, wir lieben diese Musik.“ Ich schaute die beiden erstaunt an, und eine von ihnen fand ich sofort hübsch und nett. Weiterspielen ging nicht, weil die Pause um war, aber diese eine verlor ich in den nächsten Tagen nicht aus den Augen, bis ich ein Gespräch mit ihr anfing, in dem sich herausstellte, dass sie aus der Umgebung von Osnabrück kam.

Einige Wochen später habe ich sie dort besucht, ihre Eltern und Geschwister kennengelernt. Von da an gingen die Besuche hin und her, bis wir im April 1962 heirateten. Jetzt hoffen wir, im nächsten Jahr die Diamantene Hochzeit feiern zu können.“

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