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„Aus dem Nichts“ auf der Bühne

Filmstoff in der Theaterfassung

Mittwoch, 9. Oktober 2019 - 14:00 Uhr

von Borkener Zeitung / pd

Das spannende Drama „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin wird am Mittwoch, 30. Oktober, ab 20 Uhr in der Borkener Stadthalle Vennehof gezeigt. Präsentiert wird das Stück von der Kulturgemeinde Borken.

Foto: Bernd Böhner

Anna Schäfer und Martin Molitor spielen mit bei „Aus dem Nichts“.

BORKEN. Selten hat sich ein Film so schonungslos mit dem Umgang des deutschen Rechtsstaats mit rechtsradikalen Gewalttaten auseinandergesetzt wie „Aus dem Nichts“ (2017) von Fatih Akin – und das aus der Sicht der Opfer. Jetzt geht diese gesellschaftspolitisch hoch brisante und aktuelle Geschichte in einer Bühnenfassung des Regisseurs und Filmemachers Miraz Bezar als Euro-Studio-Landgraf-Produktion erstmals auf Tournee. Am Mittwoch, 30. Oktober, ab 20 Uhr ist das Stück in der Borkener Stadthalle Vennehof zu sehen. Präsentiert von der Kulturgemeinde Borken.

Zum Stück

„Aus dem Nichts“ ist ein spannendes Drama vor dem Hintergrund der deutschen NSU-Morde: Aus heiterem Himmel bricht das Schicksal brutal in Katjas Leben ein. Ihr kurdisch-deutscher Mann Nuri und der gemeinsame sechsjährige Sohn Rocco sterben als Opfer eines Nagelbombenanschlags. Katja vermutet einen rassistischen beziehungsweise rechtsradikal motivierten Hintergrund der Tat, findet aber trotz plausibler Indizien kein Gehör bei den ermittelnden Polizeibeamten. Die gehen von einem Racheakt im Mafia- und Drogenmilieu aus und lassen sich von ihren Vorurteilen bezüglich Nuris ethnischer Herkunft und krimineller Vergangenheit leiten. Und selbst als dann doch noch die wahren Täter, das Nazi-Ehepaar Möller, vor Gericht gestellt werden, gibt es für Katja keine Gerechtigkeit.

Die Parallelen zu der Mordserie von Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe vom sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) sowie zum anschließenden NSU-Prozess (2013-2018) liegen auf der Hand. Die rechtsradikalen NSU-Terroristen ermordeten zehn Menschen, verübten Raubüberfälle und drei Sprengstoffanschläge. Die Polizei tappte jahrelang im Dunkeln und suchte im Umfeld der sowieso schon traumatisierten Opfer nach den Tätern, oder – noch schlimmer – machte die Opfer zu Tätern. Niemand vermutete die Schuldigen im rechten Milieu.

Einführung am 30. Oktober

Miraz Bezars Inszenierung dieses brisanten Stoffes ist jetzt auch in Borken zu sehen. Eine Einführung in das Stück gibt es am 30. Oktober ab 19.15 Uhr. Es spielen Anna Schäfer (Katja), Mathias Kopetzki (Katjas Anwalt), Christian Meyer (Verteidiger des Neonazi-Pärchens), Martin Molitor, Maika Troscheit, Constanze Aimée Feulner und Philip Wilhelmi.

Karten für das Theaterstück gibt es in der Vorverkaufsstelle der Kulturgemeinde, der Tourist-Info Borken, Neutor 5, in Borken, Tel. 02861/939-252 oder 02861/7584.


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