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Auf dem Kasernengelände entsteht ein Kinderparadies

Neubau des Montessori-Kinderhaus öffnet im Januar

Samstag, 25. August 2018 - 19:00 Uhr

von Sven Kauffelt

Es ist kein Kindergarten von der Stange, den der Montessori-Verein auf dem ehemaligen Kasernengelände baut. Das Vorhaben ist inhaltlich und optisch ein Unikat im Westmünsterland.

Foto: Sven Kauffelt

So sieht es aus, das neue Montessori-Kinderhaus. Leiterin Marion Resing, Vereinsvorstand Thomas Krüger, Janet Dzengel von der Fördergemeinschaft und Geschäftsführerin Anne Kastner (von links) gefällt‘s.Kauffelt

BORKEN. 4000 Quadratmeter Grundstück, Platz für 75 Kinder, 2,2 Millionen Euro Investition durch den Trägerverein: Das neue Kinderhaus des Montessori-Vereins hat es in sich. Im Januar soll es auf dem ehemaligen Kasernengelände, direkt an der Grenze zum Naturschutzgebiet, eröffnen. „Das wird richtig schön hier“, freut sich Vereins-Geschäftsführerin Anne Kastner.

Dass vier Gruppen in der Anlage Platz haben, sieht man vom künftigen 1500 Quadratmeter großen Außenbereich am besten. Jede Gruppe bekommt ihr eigenes Haus. Die für die älteren Kinder sind sogar zweistöckig, denn eine Treppe führt auf die Empore unter dem Spitzdach. Verbunden sind die vier Häuser über einen 70 Meter langen Gang mit Blick bis unters Dach.

Foto: Sven Kauffelt

Die hohen Decken sorgen für großzügig bemessene Räume.

2,2 Millionen Euro teuer, gebaut von heimischen Handwerkern

Im März war Baustart, der Rohbau steht schon einige Wochen. „Da kommt uns die Holzrahmenbauweise entgegen“, sagt Vorstand Thomas Krüger. Beim Bau habe die Fördergemeinschaft, die als Investor auftritt, auf natürliche Materialien geachtet, wo das möglich war. „Außerdem haben wir hier ausschließlich Handwerker aus der Region beschäftigt“, sagt Janet Dzengel, die im Vorstand der Fördergemeinschaft die Bauleitung übernommen hat. Krüger: „2,2 Millionen Euro sind zwar eine Menge Geld. Würde die öffentliche Hand eine Kita in dieser Qualität bauen, wäre das aber deutlich teurer.“ Der Verein ist nicht an die strengen und teuren öffentlichen Ausschreibeverfahren gebunden.

Ab Januar sollen sich hier 75 Kinder tummeln – davon 16 jünger als drei Jahre und zehn mit sonderpädagogischem Förderbedarf. „Es ist ein Kern unserer Pädagogik“, sagt Krüger, „dass wir integrativ arbeiten. Das beginnt im Kinderhaus und gehört in Grund- und Gesamtschule ebenso zum Alltag.“

Rundgang durch das neue Montessori Kinderhaus

Kinder werden „zu größtmöglicher Selbstständigkeit“ erzogen

„Hilf mir, es selbst zu tun“, ist der Kernsatz der Montessori-Pädagogik. „Wir wollen Kinder zu größtmöglicher Selbstständigkeit erziehen“, sagt Marion Resing, Leiterin des Kinderhauses. Dabei gilt: „Wir wollen nur da helfen, wo Hilfe gefragt ist.“ Nicht verhätscheln also, sondern einen Rahmen schaffen, in dem Kinder die an sie gestellten Aufgaben selbst erledigen können. Dazu gehört im Kinderhaus auch das Kochen.

„Wir bieten hier, wie in der Grundschule und in der Gesamtschule, täglich frisches, selbstgekochtes Essen an“, sagt Geschäftsführerin Anne Kastner. Während das Mittagessen von Hauswirtschafterinnen gekocht wird, die beim Trägerverein angestellt sind, packen die Kinder bei der Zubereitung des Frühstücks mit an. „Frühstück von zu Hause sollen die Kinder nicht mitbringen“, sagt Marion Resing.

Wunsch-Standort, nur die Adresse gefällt dem Verein nicht

Neben den großzügig bemessenen Räumen soll der Außenbereich ein Prunkstück des Geländes sein. „Da werden wir mit den Eltern viel in Eigenarbeit machen“, kündigt Thomas Krüger an. Auch dort gelte: „Jedes Spielgerät und jeder Bereich wird für alle Kinder nutzbar sein.“ Dazu bietet das angrenzende Naturschutzgebiet am Fliegerberg viele Möglichkeiten. „Das ist unser Wunschstandort seit vielen Jahren“, sagt Thomas Krüger.

Alle glücklich also? Nicht ganz. „Die Adresse Alter Kasernenring ist für uns mental eine Herausforderung“, so Krüger. Den würden sie gerne umbenennen. Da machen die Nachbarn aber nicht mit. „Für uns“, sagt Krüger, „ist das hier der Maria-Montessori-Weg.“


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