Borken

„Artenvielfalt retten“

Natur- und Vogelschutzverein

Mittwoch, 12. August 2020 - 11:00 Uhr

von Sven Kauffelt / pd

„Artenvielfalt retten“ – das heißt in erster Linie, der bedrohten Tier- und Pflanzenwelt Raum zu schaffen und damit den Flächenverbrauch drastisch zu stoppen. Dieser Initiative schließt sich der Borkener Natur- und Vogelschutzverein an.

Foto: Peter Berger

Um „bis zu 75 Prozent“ sei die Artenvielfalt in den vergangenen 20 bis 25 Jahren zurückgegangen, begründen die Initiatoren ihren Vorstoß in Richtung Landesregierung.BZ-Archiv

BORKEN/KREIS. Der Borkener Natur- und Vogelschutzverein schließt sich einer Initiative an, die sich für einen nachhaltigeren Schutz der Artenvielfalt einsetzt. Die Initiatoren sind der Naturschutzbund (Nabu), der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU), ein Dachverband von gegenwärtig etwas über 100 Vereinen und Verbänden aus NRW, die in ihrer Satzung eines vereint, nämlich der Schutz und die Pflege von Natur und Landschaft.

Unterschriften sammeln

„Artenvielfalt retten“ ist das Motto der Initiative, die sich auf den wissenschaftlich untersuchten Rückgang der Tier- und Insektenarten stützt. „In den letzten 20 bis 25 Jahren ist die Anzahl der Insekten um bis zu 75 Prozent zurückgegangen“, heißt es in einer Mitteilung, die der Borkener Natur- und Vogelschutzverein verschickt hat. Bei den Vögeln sei ebenfalls ein erheblicher Rückgang festzustellen.

Die Initiative habe sich zum Ziel gesetzt, den Landtag und die Landesregierung zu wegweisenden, nachhaltigen, zukunftsorientierten Maßnahmen nicht nur zum Schutz der Artenvielfalt, sondern zu ihrer Steigerung zu bewegen. Dafür wollen die Initiatoren in den nächsten Monaten „mindestens 66.000 Unterschriften“ sammeln, um durchzusetzen, dass sich der Landtag mit den Forderungen auseinandersetzen muss. Man hoffe, dass man diese Zahl deutlich überschreite und den Forderungen mit „einigen hunderttausend“ Unterschriften Nachdruck verleihen könne.

Mehr Wildnisgebiete ausweisen

„Artenvielfalt retten“ – das heißt in erster Linie, der bedrohten Tier- und Pflanzenwelt Raum zu schaffen und damit den Flächenverbrauch drastisch zu stoppen, erklärt die LNU in ihrer Mitteilung. Je mehr an Fläche verloren gehe zugunsten von Siedlungs- und Straßenbau, umso mehr Gebiete fehlten Flora und Fauna oder werden zerschnitten. „Der Verinselungseffekt nimmt zu, ein Austausch zwischen den Bereichen, in denen Tiere und Pflanzen leben und sich entwickeln können, findet kaum noch statt“, heißt es in dem Appell weiter.

Deshalb zählt zu den Kernforderungen, mehr Wildnisgebiete auszuweisen, um die vorhandenen Naturschutzgebiete größere Pufferflächen zu schaffen und vor allem Korridore zu fördern, die es insbesondere Tieren ermöglichen, von einem Trittsteinbiotop zum nächsten gefahrlos zu wechseln.