BorkenFREI

75 Jahre Jugendburg: Gottesdienst zum Jubiläum

„Schützende Mauer“ für Begegnungen

Sonntag, 21. März 2021 - 15:00 Uhr

von Borkener Zeitung

Seit 75 Jahren ist das Bistum Münster Pächter der Gemener Jugendburg und betreibt dort eine Jugendbildungseinrichtung. Dieses Jubiläum wurde am Samstag mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert. Wegen der Corona-Pandemie nur in kleiner Rund. Der Gottesdienst wurde aber auf YouTube übertragen und dort kamen die Zuschauer aus vielen weiteren Orten.

Foto: Gudrun Niewöhner

Unter freiem Himmel und nur im engsten Kreis feierte das Team der Jugendburg am Samstag das 75-jährige Bestehen der Einrichtung.

GEMEN. Wie stolz er auf die Jugendburg ist, das war Münsters Bischof Dr. Felix Genn deutlich anzumerken – und anzuhören. Zum 75-jährigen Bestehen der Jugendbildungseinrichtung in Trägerschaft des Bistums war der Bischof am Samstag zusammen mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Weihbischof Dr. Christoph Hegge nach Gemen gekommen. Geplant war zum Auftakt des Jubiläumsjahres eigentlich ein festlicher Gottesdienst mit vielen Gästen. Wegen der Corona-Pandemie musste die Runde deutlich kleiner ausfallen. Im Burghof hatten sich bei strahlendem Sonnenschein nur die Mitarbeiter der Burg versammelt. Für alle anderen gab es die Gelegenheit, den Gottesdienst im Livestream anzuschauen.

Eine Burg, sagte der Bischof in seiner Predigt, stehe auf den ersten Blick für etwas Festes, Begrenztes, für etwas aus einer früheren Zeit. Aber, so fügte Genn an: „Eine Burg bietet auch eine schützende Mauer und ist ein Ort, an dem man sich zurückziehen, aufatmen und sich geborgen fühlen kann.“ In einem solchen Umfeld könnten Jugendliche Gemeinschaft erleben.

Jugendliche können sich selbst finden

Doch das Engagement der Jugendburg reiche weiter: „Es geht nicht nur darum, einen schützenden Raum zu haben, sondern auch darum, aus diesem Raum hinausgeführt zu werden.“ Die Jugendburg sei ein Ort, an dem Jugendliche zu sich selbst kommen könnten, und zudem ermutigt würden, „in die Weite unserer Gesellschaft und der Kirche zu gehen, um dort das Leben mitzugestalten“.

Das all dies möglich ist, sei ein Verdienst des Burg-Teams. Der Bischof bedankte sich stellvertretend bei Burgkaplan Ralf Meyer und Burg-Geschäftsführer Bernd Scho. Letzterer gab das Lob gerne an die Mitarbeiter weiter. Als Zeichen der Wertschätzung waren sie zu Beginn des Gottesdienstes mit einem Blumenstrauß und einer Schokolade überrascht worden.

Zuschauer aus Bonn bis Recklinghausen

Vor dem Schlusssegen gab es Video-Grußworte. Landrat Dr. Kai Zwicker und Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing gratulierten ebenso wie Barbara Kockmann vom Diözesanvorstand der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) und die Schützen aus Gemen.

Weil aufgrund der Pandemielage viele der sonst geladenen Gäste nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten, startete Burgkaplan Meyer zu Beginn über das Internet eine Umfrage, aus welchen Städten Menschen den Stream verfolgten: Bonn, Kevelaer, Recklinghausen, Düsseldorf, Arnsberg, Neukirchen-Vluyn...

Musikalisch begleitete die Houseband der Jugendburg den Gottesdienst, die, wie Genn betonte, längst „zum Inventar des Hauses“ gehöre.

Burg hat eine 900-jährige Geschichte

Die Burg Gemen kann insgesamt auf eine 900-jährige Geschichte zurückblicken – von der das Bistum Münster die letzten 75 Jahre mitgeschrieben hat. Denn auf Initiative des damaligen Bischofs Clemens August Kardinal von Galen wurde das Schloss 1946 von den Grafen Landsberg-Velen an das Bistum verpachtet. Seither wird es als Jugendbildungsstätte genutzt – die einzige in Trägerschaft des Bistums Münster. Die Jugendburg Gemen ist heute weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens bekannt und mit mehr als 200 Betten und 20 Seminarräumen eine der fünf größten Einrichtungen in ganz Deutschland. Hausherr ist Burgkaplan Ralf Meyer. Zusammen mit seinem Team hat er das Jubiläumsprogramm festgezurrt – wie immer und alles in dieser Zeit coronakonform und unter Vorbehalt. Den Auftakt machte der Gottesdienst mit Bischof Genn und Weihbischof Hegge.

Foto: Gudrun Niewöhner

Münsters Bischof Dr. Felix Genn hielt die Predigt.