Reken
Soziale Einrichtungen würden gern Freiwillige beschäftigen
27.01.2012

Warten auf die „Bufdis“

Vor Ort wedren Bufdis als Arbeitskräfte gewünscht, aber die Verbände kommen anscheinend nicht hinterher.

Von Frank Liebetanz

REKEN. Der Bund hat noch 5000 von 35.000 Plätzen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) zu vergeben. Doch während sich soziale Einrichtungen wie das Haus Maria Veen und das ihm angeschlossene Seniorenhaus St. Ludgerus in Groß Reken über so genannte Bufdis freuen würden, heißt es beim Bistum Münster, die zur Verfügung stehenden Plätze im BFD und FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) seien alle belegt.

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Roland Hartmann vom neuen Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftlichen Aufgaben (BAFzA) in Köln bestätigte der BZ gestern, dass insgesamt noch 5000 Plätze im BFD zu vergeben seien. Beim Bistum Münster heißt es, nur die ausgelagerte „fsj Münster gGmbH“ könne die Frage beantworten, warum Bewerbungen erst für 2012/2013 angenommen werden. Diese Firma zieht gerade innerhalb Münsters um und ist zurzeit nicht zu erreichen.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Träger der Brückenschule Maria Veen, akzeptiert dort sechs Plätze – ob FSJ oder BFD. Träger dieser BFD-Stellen sind das DRK und das Bistum. Zurzeit sind dort sechs junge Menschen in unterschiedlichen Bereichen im Freiwilligen Sozialen Jahr. Der LWL antwortete gestern nicht auf eine Anfrage der BZ. „Wir haben noch keine Bufdis, aber sechs FSJ-ler“, berichtet der stellvertretende Schulleiter Jens Szelong. Und die leisteten hervorragende Arbeit – von Schnee schieben über Rasenmähen und Waschen bis zur Betreuung einer Behinderten im Unterricht. „Es ist genug zu tun“, sagt Szelong. Die Gründe für die jungen Menschen, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren, seien Unentschlossenheit nach dem Abitur, Warten auf den Studienplatz oder der Wunsch, in ein Berufsfeld hinein zu schnuppern.

„Wir würden sehr gern Bufdis beschäftigen, aber wir kriegen keine“, sagt Manfred Lehmkuhl, der Leiter des Hauses Maria Veen. Weder seien in letzter Zeit Bewerbungen eingegangen, noch habe sich jemand für ein Freiwilliges Soziales Jahr in dieser Einrichtung interessiert. Die Einrichtung habe sich beim Bistum eintragen lassen. Lehmkuhl erinnert sich an eine Anfrage wegen eines Freiwilligen Sozialen Jahres – aber die Anfahrt des Interessierten sei zu lang gewesen.

Im Benediktushof Maria Veen sind seit dem Spätsommer zwei Bufdis im technischen Dienst und einige weitere FSJ-Kräfte beschäftigt. Im Unterschied zu den früheren Zivildienstleistenden, die eine Woche auf Seminar gewesen seien, sind die Bufdis 25 Tage im Jahr auf Lehrgängen, dazu kommen 24 Tage Urlaub.

Die Bufdis erhalten laut Bundesamt seit Anfang 2012 ein Taschengeld in Höhe von 336 Euro im Monat. Die Einsatzstelle erhält „eine Kostenerstattung des Bundes für Taschengeld, Sozialversicherungsbeiträge und pädagogische Begleitung der Freiwilligen im Rahmen der im Haushaltsplan vorgesehenen Mittel“.

Autor: Frank Liebetanz
Tel: 02861 944-161

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