
Heckenschützer kritisieren Pflegepraxis in Raesfeld
Der Arbeitskreis Heckenschutz kritisiert die Pflegepraxis bei Wallhecken in Raesfeld. Der Zustand vieler Hecken sei bedenklich, so die Heckenschützer.
Von Edgar Rabe
RAESFELD/ERLE. Wenn Jürgen Kruse aus Schermbeck durch Erle und Raesfeld fährt und sich so umschaut, schüttelt er an etlichen Stellen den Kopf. Über den Zustand von Wallhecken, beispielsweise an der Truvenne und an der Westerlandwehr. Kruse gehört dem Arbeitskreis Heckenschutz an, der sich um Erhalt und richtige Pflege von Hecken kümmert.
„Leider kann man im Kreis Borken und besonders im Raum Raesfeld eine fortwährende und anscheinend schlimmer werdende Verstümmelung von Hecken und Wallhecken beobachten“, so der Schermbecker. Der Heckenzustand stehe „völlig im Gegensatz zu der ,Arbeitshilfe zur Anlage und Pflege von Hecken in der Landschaft’ des Kreises Borken’“. Nach Ansicht des Arbeitskreises könnte so manche Hecke nicht mehr als solche bezeichnet werden. Es handele sich „bestenfalls noch um Spaliere, um psychologisches Grün“.
Kruses konkrete Kritik: „In Raesfeld traktiert man nun schon zum wiederholten Male die einst noch ansehnliche Hecke auf der Truvenne von der Straße und vom Acker aus und das Grün an der Westerlandwehr. Hier wurden stattliche Bäume beseitigt, damit der Acker nun direkt bis an den Asphalt heranreicht. Sogar weit vom Straßenraum entfernt wurden maschinell Heckengehölze zerfleddert.“
Eine ökologische Funktion als Hecke, unter anderem als so genannte Biotopverbundlinie, sei für das Grün an den Straßen und Wegen kaum noch gewährleistet. In der sonst so ausgeräumten Landschaft mit Monokulturen werde das Artensterben rasant voranschreiten, fürchtet Kruse.
„Es wäre wünschenswert“, so Kruse an die Adresse der Verantwortlichen in der Gemeinde, „wenn Sie die jetzige Praxis stoppen und mit den Naturschützern an einer naturnahen Heckenpflege arbeiten würden.“
Die Gemeinde Raesfeld hat einen Teil ihrer Wallhecken, etwa 15 Prozent der Gesamtmenge, in die Pflegeobhut eines Wallhecken-Managers gegeben, bestätigt Claudia Wesseling auf BZ-Nachfrage. Der Kreis-Bedienstete vom Amt für Naturschutz kümmert sich im Rahmen eines Pilotprojektes um die ökologische Behandlung und ökonomische Verwertung der Gehölze. Raesfeld hat sich diesem Projekt im Jahr 2011 angeschlossen. Neben dem Wallheckenmanager sind mit der Pflege und Nutzung von Wallhecken auf Raesfelder Gebiet auch der Forstwirtschaftsverband und der Bauhof der Gemeinde befasst. Bei Rückschnitt sei die Gemeinde darauf bedacht, nicht komplette Hecken auf den Stock zu setzen, sondern vielmehr nur Teilstücke, unterstrich Wesseling. Ebenso werde vor Pflegemaßnahmen auch immer zwischen ökologischen Aspekten und vertretbaren wirtschaftlichen Interessen abgewogen.
Der Heckenschnitt ist nur in der Zeit von Oktober bis Februar erlaubt.
Der Arbeitskreis Heckenschutz hat Vorschläge zum optimalen Heckenschutz gemacht. Mehr dazu unter der Internetadresse www.heckenschutz.de. Mehr Informationen zum Pilotprojekt des Kreises unter www. energiequelle-wallhecken.de.
Tel: 02861 944-165
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