
„Dem Digitalfunk gehört die Zukunft“
Bernhard selting vom Institut der Feuerwehr weiß wie es gehen soll. Er hat Feuerwehrleute und Rotkreuzlern aus Raesfeld und Erle den neuen digitalen Funk näher gebracht.
RAESFELD (pd/era). „Dem Digitalfunk gehört die Zukunft. Aber: Erst einmal Laufen lernen…“, meinte Bernhard Selting, Dozent vom Institut der Feuerwehr in Münster (IdF). Er leitete ein zweitägiges Seminar bei der Freiwilligen Feuerwehr Raesfeld. Selting weiß, wovon er redet. Er ist Mitglied einer Arbeitsgruppe Digitalfunk und im IdF im Dezernat 22 tätig. Dieses Dezernat beschäftigt sich mit der technischen Lehre und ist zugleich technisches Kompetenzzentrum.
Mit der Einrichtung eines bundesweiten digitalen Funknetzes entsteht derzeit ein einheitliches und leistungsstarkes Kommunikationssystem für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr.
Das Digitalnetz wird somit die Vielzahl der einzelnen, durch die verschiedenen BOS betriebenen, analogen Funknetze ablösen. Als Vorteile der neuen Technik seien genannt: Verbesserte Sprachqualität ohne störende Hintergrundgeräusche und Abhörsicherheit (bislang nicht möglich).
„Diese völlig neue Technik ist schwierig, und man muss sehr viel üben, bis man sie beherrscht. Bestehende Einsatzkonzepte sind zu überarbeiten“, betont Johannes Stevens von der Feuerwehr.
Der Dozent aus hatte Funkgeräte zum Üben dabei. Sein Motto war: „Erst einmal Laufen lernen, bevor man große Sprünge macht.“ Will heißen: Die Feuerwehrleute sollten zunächst im Übungsbetrieb funken, um die Stärken und Schwächen des Systems kennen zu lernen. Auch müssten örtliche Aspekte berücksichtigt werden.
Selting ist auch zuständig für den Ausbau von Fahrzeugen mit Digitalfunk. Er hat in Zusammenarbeit mit einem Hersteller eine Funkbox entwickelt, die schnell in ein Fahrzeug gestellt und betrieben werden kann. Drei Funkgeräte sind fix und fertig angeschlossen… und los geht’s!
Klaus Ostendorf, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Raesfeld, ließ sich von den kleinen und großen Schwierigkeiten nicht einschüchtern. „Wir fahren zweigleisig. Erst wenn der Digitalfunk einwandfrei funktioniert, werden wir umstellen.“
Egbert Gördes, Sachgebietsleiter beim Kreis Borken, meinte: „Es sind noch viele Fragen offen. Man sollte bei der Programmierung darauf achten, dass einheitliche Standards benutzt werden, sonst könnten, zum Beispiel bei der überörtlichen Hilfeleistung, Schwierigkeiten auftreten. Die Raesfelder und Erler Feuerwehrleute werden schon bei der nächsten Übung den Umgang mit den Geräten erproben. Ostendorf: „Wir müssen einfach am Ball bleiben.“
Wie ernst man die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen nehme, zeige die Tatsache, dass einige DRK-Mitglieder an diesem Seminar teilnehmen konnten, da auch sie in der Zukunft mit der gleichen Technik arbeiten müssen.
Tel: 02861 944-165
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