
In Mark und Pfennig
-Theo Heitbaum- Stabile Währung statt kriselnder Euro: Eine Doppelkopfrunde in Ascheberg bleibt bei Schock-Nachrichten von den Finanzmärkten gelassen. Denn die Mark ist in Granit gemeißelt, unumstößlich wird der Punkt mit einem Groschen beglichen. „90, Zwölf, Reh, Fuchs“ bringt 40 Pfennig.
Willi Möller, Heinz Schulze Tergeist, Karl-Heinz Närdemann, Michael Kluge und Alfons Kleykamp sitzen nicht in einem Museum, um zu zeigen, wie beim Doppelkopf mit Mark und Pfennig abgerechnet wird. Das Quintett – Geber setzt aus – hält seit zehn Jahren an der alten Währung fest.
„Die Münzen waren so merkwürdig, schwer zu unterscheiden. Das hat uns gestört“, haben Willi Möller und seine Mitstreiter Euros und Cent schon misstraut, als sie frisch aus der Prägemaschine kamen. „Wir haben es kurz probiert“, schüttelt sich Michael Kluge für die fünf Euro-Skeptiker der ersten Stunde.
Seitdem verfügen alle Mitspieler über ein Geldsäckchen, rund 20 Mark bringt jeder Mitspieler alle drei Wochen zu den Treffen mit. Der Hausherr muss fünf Schälchen für die Münzen bereithalten. Wer schlechte Karten hat, muss sein Spielgeld bei einem Kollegen mit besserem Blatt auslösen – in Euro.
Selbst einen passenden Neuling hat die Runde in den vergangenen zehn Jahren gefunden. Karl-Heinz Närdemann kloppt nicht nur gerne Karten. Bei seinem Eintritt hat er das Rundenkapital aufgestockt: „Ich hatte noch Markstücke liegen, die ich für eine Vogelversteigerung gesammelt hatte.“ So hat auch diese Mark ihren Wert behalten.
Theo Heitbaum
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