Kreis Borken
Johannes Ostendorf leitet Gesprächskreis
27.01.2012

Wenn Kinder kiffen und Eltern nicht weiter wissen

-job- KREIS BORKEN. Wenn Kinder illegale Drogen nehmen, dann ist das für viele Eltern ein schwerer Schlag. Was habe ich falsch gemacht? Wie gehe ich damit um? Mit wem kann ich darüber sprechen?

Wer solche und andere Fragen hat, der kann sich an Johannes Ostendorf wenden. Der Rekener hat vor einigen Jahren den „Elternkreis Drogen konsumierender Kinder“ initiiert, in dem mittlerweile rund 25 Eltern zusammengeschlossen sind.

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Wie wichtig es ist, mit Gleichgesinnten über das Thema zu sprechen, weiß Ostendorf aus eigener – leidvoller – Erfahrung. Seine drei Söhne, die heute wieder drogenfrei sind, haben früher illegale Drogen, etwa sogenannte Partypillen, genommen. Die Folgen waren schwerwiegend – für Kinder und Familie. Arbeitsverlust, psychische Erkrankungen, Probleme mit dem Gesetz: Das waren laut Ostendorf die Konsequenzen für die Kinder. Auch die Eltern litten. „Man wurde belogen“, sagt Ostendorf, der häufig das Gefühl hatte: „Alle wissen es und alle reden drüber.“

Weil es im Raum keinen Elternkreis gab, gründete Ostendorf 2004 selber einen. Hilfestellung bekam er dabei vom „SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste“ in Bocholt. „Drogenprobleme der Kinder strahlen auf die ganze Familie aus“, sagt Erich Seidel vom SKM. Neben der professionellen Hilfe für die Kinder sei der Elternkreis für die Eltern eine ganz wichtige Sache. „Man merkt: Man ist nicht allein“, sagt Seidel, dessen Beratungsstelle in Bocholt mehr als 400 Ratsuchende hat, von denen rund 300 mehrfach kommen. Das Gefühl „Es geht auch anderen so“, sei für Eltern, die zuvor oftmals unter Stigmatisierung, jeder Menge Stress und anderen negativen Gefühlen litten, ganz wichtig. Im Elternkreis könne man einfach nur zuhören, selber reden – ganz wie man wolle, sagt Ostendorf. „Es gibt eine absolute Verschwiegenheit nach außen“, versichert er.

Eltern, die den Verdacht haben, dass ihr Kind Haschisch, Pillen oder andere illegale Drogen nimmt, empfiehlt Seidel den Gang zur Drogenberatungsstelle, die es etwa in Bocholt und Gronau gibt. „Aufpassen, aufmerksam bleiben, aber nicht überreagieren“, rät er betroffenen Eltern. Ostendorf gibt den Tipp: „Das Vertrauen zum Kind behalten.“

Autor: Josef Barnekamp
Tel: 02861 944-169

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