Borken
Protest gegen Acta
22.02.2012

User demonstrieren für freies Internet

Viele Leute waren schon auf der Straße, um gegen Acta zu protestieren. Im Fokus steht die Freiheit im Internet. Die BZ-Jugendredaktion Schulze erklärt, worum es geht.

Stellt euch folgende Situation vor: Ihr dreht bei einer Party ein Video von euren Freunden und zeigt es auf Youtube. Später bekommt ihr Ärger, weil im Hintergrund ein Song von Gootye zu hören ist. Der Vorwurf: Ihr habt gegen das Urheberrecht verstoßen und durftet den Song nicht in einem eigenen Video weiterverbreiten.

Genau solche Situationen befürchten die Acta-Gegner. Acta ist ein Vertrag, den die Regierungen mehrerer Länder unterschreiben wollen. Mit diesem Abkommen soll die Produktpiraterie eingedämmt werden. Zum Beispiel soll verhindert werden, das teure Marken-Klamotten nachgemacht und billig verkauft werden. Der Urheber der Marken-Artikel soll also geschützt werden. In dem Acta-Vertrag geht es auch um Dinge, die im Internet verbreitet werden, zum Beispiel Songs, Fotos und Filme. Auch hier soll unerlaubtes Kopieren verhindert werden.

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Christian Ertner kann das Anliegen, die Urheber zu schützen, gut verstehen. Ertner ist Leiter der Homepage-AG am Gymnasium Mariengarden und hat sich mit dem komplizierten Thema befasst. Ertner versteht aber auch die Angst vieler Internet-Nutzer, dass man sich durch Acta strafbar macht, ohne es zu wissen – wie in dem Party-Video-Beispiel. Das Hauptproblem in dem Streit sieht Ertner darin, dass Acta-Gegner- und Befürworter nicht miteinander sprechen. Aus seiner Sicht würde Acta in Deutschland nämlich gar nicht so viel verändern. Urheber sind jetzt schon ziemlich gut geschützt. Das weiß Ertner von Schülern, die sich illegal Musik runtergeladen haben, und die dafür Abmahnungen von Rechtsanwälten bekommen haben. 500 Euro mussten die Schüler für den Verstoß gegen das Urheberrecht bezahlen.

Ob die Acta-Gegner und die Acta-Befürworter noch miteinander ins Gespräch kommen, wird die Zukunft zeigen. Gestern wurde bekannt, dass der Europäische Gerichtshof den Acta-Vertrag prüfen wird. Das kann dauern. Für Samstag haben die Gegner wieder Demonstrationen in 50 deutschen Städten angekündigt.

Markus Schönherr

Autor: Markus Schönherr
Tel: 02861 944-168

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