
„Jason, ich esse dein Herz“
Mit einer Annäherung an "Medea" ist die Ausstellung von Roland Stratmann im Stadtmuseum zu Ende gegangen. Der Berliner hatte dort Endloszeichnungen gezeigt.
Von Edgar Rabe
BORKEN. „Medea“, diese widersprüchliche Figur der griechischen Mythologie, dieses undurchsichtige, Furcht erzeugende Frauenbild, stand im Mittelpunkt der Finissage zur Ausstellung „Die Linie falten“ von Roland Stratmann. Der anwesende Künstler lauschte dem Trio Ina Rawert-Beerlage (Stadtlohn), Siegfried Roth (Borken) und Achim Kämper (Dortmund) bei deren literarisch-musikalischer Annäherung an Medea. Jener Medea, er sich der Künstler Stratmann in seiner Ausstellung von Endloszeichnungen eben auch schon genähert hatte. Vor dem Sujet von sechs „Medea“-Zeichnungen an der Wand gaben Rawert-Beerlage und Roth die Medea und den Jason in einer darstellenden Lesung von Auszügen aus der Stimmen-Collage des „Medea“-Romans von Christa Wolf. Betont puristisch brachten die beiden Wort-Künstler dem Publikum die große Ambivalenz der Beziehung von Medea und Jason nahe.
Achim Kämper agierte im Hintergrund und unterlegte das Geschehen zwischen all’ den Stratmannschen Zeichnungen mit einer interessanten Toncollage. Live gemischt aus digitalem Soundmaterial sowie Klängen akustischer Kleinstinstrumente und mehr.
„Die Musik hat das Wort gestützt und unterstützt“, fand Roland Stratmann die Annäherung des Trios an „Medea“ sehr gelungen.
In einem kurzen Dialog mit Museumsleiter Dr. Norbert Fasse machte Stratmann deutlich, dass es gerade die Widersprüchlichkeit der Medea sei, die auch ihn, wie viele vor ihm, so fasziniere.
Stratmanns Ausstellung reist weiter nach Paris in die Galerie Laurent Mueller (Start: 23. Februar).
Tel: 02861 944-165
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