Borken
Adérito Ribeiro aus Porto feiert 40-jähriges Betriebsjubiläum bei Bierbaum
04.02.2012

„Immer schaffen“

Seltenes Jubiläum: Vor 40 Jahren kam Adérito Ribeiro von Portugal nach Borken. Seite 40 Jahren arbeitet er bei der Firma Bierbaum.

Von Peter Berger

BORKEN. Er trägt Portugal im Herzen und hat Borken inzwischen im Blut. Adérito Ribeiro ist heute auf den Tag genau seit 40 Jahren bei der Firma Bierbaum tätig.

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An den Tag seiner Anreise kann sich der 63-Jährige noch gut erinnern. Nach über 30-stündiger Bahnfahrt aus dem fernen Porto war er Anfang 1972 mutterseelenallein in Essen gelandet. Mit ein paar Brocken Deutsch im Gepäck – ganz wichtig das Wort „Borken“. Ein guter Geist setzte ihn im Hauptbahnhof aufs richtige Gleis. Bei jedem Halt war er, Koffer im Schlepptau, schon im Begriff auszusteigen. „Borken?“ Nein, noch nicht. „Borken?“ Nein, immer noch nicht.

Auf das Ziel und den neuen Arbeitsplatz hatte ihn sein Bruder gebracht. In Portugal habe er auf dem Bau gearbeitet, und beim Militär sei er bis nach Angola, die ehemalige portugiesische Kolonie, gekommen. Im fernen Deutschland winkte die Aussicht auf eine sichere Festanstellung. Als „Gastarbeiter“ fing Ribeiro in der Textilfabrik an der Heidener Straße an. Das erste Jahr wohnte er im Wohnheim auf dem Werksgelände. Das Zimmer teilte er sich mit zwei Kollegen.

Die Arbeit bei Bierbaum habe ihm von Anfang an gefallen. „Immer schaffen“, sagt Ribeiro und lächelt zufrieden. Zunächst hat er die Maschinen in der Weberei gereinigt, später brachte er als „Garnfahrer“ Material an die Webstühle. Mit dem Stapler hat er Aufträge für den Transport zusammengestellt, nun arbeitet er in der Versandabteilung. „Zu unserer vollsten Zufriedenheit“, wie es in der Hausmitteilung zum heutigen Jubiläum heißt.

An einen Firmenchef erinnert sich Ribeiro besonders gern: Joe Bierbaum. „Er war wie ein Vater zu mir“, sagt der Jubilar und schaut sich wehmütig die Galerie zur Firmengeschichte an.

In gut einem Jahr wird Ribeiro 65, dann beginnt die Rente. Was er dann macht? „Na, ich bleibe.“ Nein, er wolle nicht wie einige Landsleute für immer zurück nach Portugal. „In Borken ist doch meine Familie.“ Seine Frau Maria, aus einem Nachbarstadtteil von Porto, hat er in Borken geheiratet. Mächtig stolz ist das Ehepaar auf die beiden Söhne. Und dann ist da noch Enkelkind Elia. „Fast zwei Jahre“, sagt der Opa.

Von Portugal hat sich Ribeiro natürlich nie so ganz verabschiedet. Regelmäßig war die Familie auf Verwandtenbesuch, daheim in Borken mischte er im portugiesischen Kulturverein mit. Fußball gucken, Karten spielen, essen, feiern oder einfach beisammen sein.

Gern verbringt der 63-Jährige Zeit in seinem Schrebergarten zwischen Stadtpark und Aquarius. „Da bin ich fast jeden Tag“, sagt er. Es gibt für Adérito Ribeiro eben immer was zu schaffen.

Autor: Peter Berger
Tel: 02861 944-163

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