Acht Bewerber für vier Play-off-Plätze

Wechselt von Stuttgart zum Meister Rote Raben Vilsbiburg: Tatjana Zautys, Ex-USC-Angreiferin.Foto:
Wechselt von Stuttgart zum Meister Rote Raben Vilsbiburg: Tatjana Zautys, Ex-USC-Angreiferin.Foto:
(pp)


Münster - Im nächsten Jahr wird der USC Münster 50 Jahre alt. Zeit, um sportlich mal wieder am ganz großen Rad zu drehen, glaubt Präsident Matthias Fell. Mit der Qualifikation für die Play-offs, die die besten Vier der Doppelrunde erreichen, ist das Ziel klar vorgegeben. Um dies zu schaffen, müssen sich die Unabhängigen weiter verstärken. Noch ist das Team nicht konkurrenzfähig. Am Ende werden es wohl acht Clubs sein, die Ansprüche auf die Teilnahme an den Play-offs anmelden. Es sind die üblichen Verdächtigen mit Meister Vilsbiburg an der Spitze. Ein Überblick:

» RR Vilsbiburg: Die Raben haben mit Katja Wühler (Karriere beendet) zwar ihre große Integrationsfigur verloren, doch in Nationalspielerin Tatjana Zautys und Sara Barborkova (beide Stuttgart) bereits bemerkenswerten „Ersatz“ gefunden. Zudem wird wohl die starke Tschechin Magda Kralikova von Vizemeister Wiesbaden zu den Niederbayern wechseln.


» 1. VC Wiesbaden: Die Hessen sind just dabei, ein Team mit reichlich neuen Gesichtern zu formen. In Linda Dörendahl (USC), Jana Schuhmann (Sinsheim), Nadja Schaus (Schwerin), Noora Lainesalo (Finnland), Magda Kralikova (vermutlich Vilsbiburg) und Johanna Barg (noch ohne Verein) haben nicht weniger als sechs Spielerinnen den Club verlassen, einige sollen mit der strengen Trainerin Xiaojun Yang nicht mehr ausgekommen sein. Erste Zugänge sind Regina Burchardt (Spanien), Natalia Cukseeva (Lohhof) und die Serbin Olga Raonic (Griechenland). Ganz bitter für Wiesbaden: Weil die Sporthalle am Zweiten Ring nicht mehr den Ansprüchen der Deutschen Volleyball Liga (DVL) genügt, hat die Organisation beschlossen, die Spielstätte in der kommenden Saison nur noch für sieben Heimspiele zuzulassen. Für den Rest müsse der VC umziehen. Wiesbaden protestiert gegen die DVL-Entscheidung.

» Schweriner SC: Der Titelverteidiger beendete die vergangene Saison auf Rang drei. Direkt im Anschluss verkündete Trainer Tore Aleksandersen forsch: „Nächstes Jahr gibt es für uns nur ein Ziel: Wir wollen wieder Deutscher Meister werden.“ Die starke Mittelblockerin Carlijn Jans wird dem SSC dabei keine Hilfe sein, sie legt eine Babypause ein. Bislang einziger Zugang ist Nationalspielerin Nadja Schaus (Wiesbaden).

» Dresdner SC: Der deutsche Pokalsieger und Gewinner des Challenge-Cups setzt vornehmlich auf bewährte Kräfte. Mittelblockerin Anna Cmaylo (Klagenfurt) ist der einzige Zugang. Trainer Alexander Waibl, der Angebote aus Russland und Frankreich hatte, verlängert seinen Vertrag bis Juni 2013.

» AV Stuttgart: Sieben Neue, sieben Abgänge - bei den ambitionierten Schwaben gab es ein großes Stühlerücken: Prominenteste Zugänge sind Nationalspielerin Maren Brinker (Münster) und die polnische Stellerin Anna Nowakowska. Zudem verpflichtete Stuttgart Auswahl-Asse aus den Niederlanden, Belgien und Finnland. Verlassen haben den Club u.a. Tatjana Zautys, Sarka Barborkova (beide Vilsbiburg) und Sabrina Duarte de Almeida (Spanien). „Die Teilnahme an den Play-offs ist für uns Pflicht“, sagt Trainer Jan Lindenmair.

» VfB Suhl: Bei den Thüringern geben sich die Trainer wieder einmal die Klinke in die Hand. Auf Jean-Pierre Staelens folgt der erst 26-jährige Felix Koslowski, der zuletzt in Italien als Assistenz-Coach arbeitete. Dass Suhl ernsthaft um einen Play-off-Platz mitspielen möchte, unterstreicht die Verpflichtung der starken Serbinnen Marija Pucarevic (Zuspiel) und vor allem Suzana Cebic (Libero).

» VT Hamburg: Auf den neuen Trainer, Jean-Pierre Staelens, wartet viel Arbeit. Aber nach dem enttäuschenden Abschneiden Hamburgs in den vergangenen Spielzeiten kann er eigentlich nur gewinnen. Sieben Spielerinnen, auch die Französinnen Stephanie Volle und Severine Lienard, haben die Hansestadt verlassen, bislang sechs Neue aus aller Welt sollen für neuen Schwung sorgen.

VON WILFRIED SPRENGER, MÜNSTER

29 · 07 · 10



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