Raesfeld
Dieb soll Preis spenden
07.01.2016

Bild an der Spendenorgel in St. Martin in Raesfeld gestohlen

Ein bislang Unbekannter hat das Bild an der Spendenorgel in St. Martin gestohlen. Das Bild war als Blickfang für die „Spendenorgel" gedacht. Der Eigentümer appelliert nun an den Dieb: Wenn er das Kunstwerk schon nicht zurückgibt, soll er wenigstens den Preis in Höhe von 235 Euro spenden.

RAESFELD (pd). Den Begriff „Leihgabe“ hat ein Besucher der Kirche St. Martin nach den Weihnachtsfeiertagen offenbar falsch verstanden. Der Unbekannte hat ein Bild mitgenommen, das als Blickfang für die „Spendenorgel“ gedacht war. Damit sammelt die Pfarrgemeinde – wie berichtet – Geld für den Kauf einer neuen Kirchenorgel, die sie vor Kurzem in Dorsten gefunden hat.

 

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Exponat wurde zum Objekt eines Diebstahls

Am vierten Adventssonntag waren an der „Spendenorgel“ Weihnachtskarten samt Briefumschläge ausgestellt, die gegen eine Spende angeboten wurden. Wegen der großen Nachfrage haben die Organisatoren sogar noch 50 Doppelkarten plus Umschläge nachdrucken lassen.

Aber eines der beiden postergroßen Exponate im Format 50 mal 70 Zentimeter weckte bei dem Unbekannten offenbar besonderes, zumal kriminelles Interesse. Das Altarbild der Raesfelder Schlosskapelle ist das Motiv. Mit einem dunklen Holzrahmen verziert, wurde das Exponat zum Objekt eines Diebstahls. Auch der Adressenaufkleber des Eigentümers, der nicht genannt werden möchte (der Name steht auf der Rückseite), eine kurze Information über die handwerkliche Herstellungsweise der Reproduktion, sogar die Preisangabe von 235 Euro und ein handschriftlicher, aufgeklebter Hinweis mit dem Wort „Leihgabe“ hielt den Dieb nicht von seiner Tat ab. Diese wurde am frühen Montagvormittag nach den Weihnachtsfeiertagen bemerkt. Am Sonntagnachmittag hatte sich der Eigentümer noch über den Erfolg der Aktion gefreut, und alles war am richtigen Ort.

 

Dieb soll Preis des Bildes spenden

„Nun gut, geschenkt“, hat er sich jetzt gedacht. „Wer auch immer seine Freude daran gefunden haben mag, der sollte das Bild behalten.“ Aber wenigstens den genannten Preis soll er für die neue Kirchenorgel spenden. Das hat der Täter aber nicht getan, wie die Prüfung der Spendenkasse später ergab.

Der Bestohlene hofft jetzt, dass sich der neue, unrechtmäßige Besitzer noch dazu entschließt, die Spende nachzuholen oder das Bild zurückzustellen. Dann hätte er das Wort „Leihgabe“ eben nur fast wörtlich genommen. Falls er sich dazu nicht entschließen sollte, gibt es noch folgenden Hinweis: Das Unikat sei seit dem Diebstahl vermutlich bekannt wie ein „bunter Hund“, so dass der jetzige Besitzer daran wenig Freude haben dürfte. Und für eine dunkle Kellerecke sei das Bild wohl viel zu schade.

Autor: privat
Tel: 02861/944163

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10.01.2016 14:13 von Reinhard G. Nießing aus Raesfeld
Nun ja, was soll man dazu sagen? Um es mit den Worten von Stefan Zweig auszudrücken — und in Gedanken an den Dieb: "Keine Schuld ist vergessen, solange noch das Gewissen um sie weiß."

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