Atom-Demo Panorama
„Atomanlagen stilllegen“ - 600 Menschen demonstrieren gegen Atomkraft
Münster - Mit Blick auf die anstehenden Wahlen rief am Samstag, einen Tag vor dem 23. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, das „Anti-Atom-Bündnis Münster“ zu einer überregionalen Anti-Atom-Demonstration auf.

„Auch Münster ist von der Atomenergie betroffen. Das Atommüll-Zwischenlager in Ahaus liegt schließlich im Münsterland, auch das Atomkraftwerk in Lingen ist nicht weit“, sagte Felix Ruwe von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, die eng mit dem neuen Bündnis zusammenarbeitet. Er sah viele Parallelen zwischen dem Umgang mit Atomenergie in Deutschland und Tschernobyl: „Alles wird totgeschwiegen, Untersuchungsergebnisse werden unterschlagen. Hier in Münster weiß doch keiner, wie er sich bei einem Zwischenfall verhalten müsste, nicht einmal Feuerwehr oder Ärzte. Da sind die Politiker gefragt, deshalb treten wir vor allem vor den Wahlen verstärkt auf.“


Unter dem Motto „Tschernobyl mahnt: Keine Renaissance der Atomenergie - Atomanlagen sofort stilllegen“ zogen die etwa 600 Demonstranten vom Hauptbahnhof zum Hindenburgplatz und schließlich zum Prinzipalmarkt, wo die Aktion mit einer Abschlusskundgebung endete. Vorbei ging es auch an der Bezirksregierung, die laut Demonstranten Genehmigungsanträge für neue Castor-Transporte ins Zwischenlager Ahaus bearbeitet.



Friedlich verlief die Demonstration, die in erster Linie eine Gedenkveranstaltung für die Opfer von Tschernobyl sein sollte und darüber hinaus eine Plattform für Forderungen an Industrie und Politik bot. Hauptanliegen der Atomgegner sind das Abschalten der Atomanlagen und die verantwortungsvolle Suche nach einem Endlager.

Dass Atomkraft ein Thema ist, das nicht nur die Jugend auf die Straße treibt, bewies das hohe Durchschnittsalter der Demonstranten. Auch Ruwe konnte das Phänomen bestätigen: „In unserer Bürgerinitiative in Ahaus sind nur wenige Jugendliche.“

Nicht nur intergenerativ, sondern auch international zeigten sich die Atomkraftgegner. Neben den münsterländischen waren auch französische, bulgarische und russische Redner angereist. Von einem „atomaren Genozid“ sprach Rashid Alimov von der Organisation „Ecoperestroika“ in St. Petersburg. „Das Leben der 70 letzten Angehörigen eines kleinen Naturvolkes ist bedroht, weil nahe ihrem Dorf bei St. Petersburg ein Atommüll-Umschlagplatz errichtet wurde. Uns freut sehr, dass es auch in Deutschland eine Bewegung gegen Atomkraft gibt“, betonte Alimov.

Rund 600 Menschen zogen am Samstag durch die Innenstadt, um gegen die Nutzung der Atomkraft zu demonstrieren.Foto:
Rund 600 Menschen zogen am Samstag durch die Innenstadt, um gegen die Nutzung der Atomkraft zu demonstrieren.Foto:
(Oliver Werner)




VON JOHANNA UCHTMANN, MÜNSTER

26 · 04 · 09



kommentar



SKATENIGHT MÜNSTER 2010
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
FAHRPLAN-AUSKUNFT
von:
Haltestelle Str./Nr.
nach:
Haltestelle Str./Nr.
TOP ARTIKEL
Topartikel Icon


© Borkener Zeitung - Alle Rechte vorbehalten 2010

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette