Mit rund 80 Teilnehmern ging das erste Bürgerforum „Aktiv im Alter“ im Haus Siekmann über die Bühne.Fotos: (Niestert)
Sendenhorst - „Mitgestalten und Mitentscheiden“ ist die Leitlinie für das Landesprojekt „Aktiv im Alter Nordrhein-Westfalen“, das jetzt auch in Sendenhorst zur Durchführung kam. Zur Auftaktveranstaltung, die an diesem Wochenende stattfand, hatten die Stadt als Träger und der Verein FIZ e.V. als Veranstalter Seniorinnen und Senioren aus Sendenhorst und Albersloh eingeladen. Am Samstag trafen sie sich zum Bürgerforum „Alter gefragt“, das mit mehr als 80 Teilnehmern im Haus Siekmann über die Bühne ging.
Den dort versammelten „Best Agern“ und Angehörigen der „Silber-Generation“ galt das Willkommen des Sendenhorster Bürgermeisters Berthold Streffing, der eingangs auf den demographischen Wandel und den Rückgang der Bevölkerung verwies. „Vielleicht hilft dieses Forum ja, ganz neue Handlungsansätze zu schaffen, zeigt uns Möglichkeiten auf, wie wir das Leben in unserer Stadt noch lebens- und liebenswerter gestalten können,“ so Streffing.
„Ich sehe, dass wir ihr Interesse geweckt haben und sie darum unserer Einladung gefolgt sind“, freute sich auch die FIZ-Vorsitzende, Dr. Mechthild Bonse, angesichts der zahlreichen Teilnehmer. Sie zitierte den bekannten Ausspruch Martin Luther Kings „Ich habe einen Traum“, um dann das Publikum zu fragen: „Und was träumen sie?“
Ehe die Teilnehmer jedoch ihre Träume vorbringen, sie in einer der sechs Arbeitsgruppen, den so genannten „Ideeninseln“, einbringen konnten, hatte Moderatorin Ramona Przybylsky das Wort. „Aktiv im Alter“ sei ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Projekt, das insgesamt 20 Kommunen einbeziehe und mit je 10000 Euro unterstützt werde, so die Vertreterin vom SINN-Netzwerk Ahlen. Unterstützend tätig war bei dieser Veranstaltung auch Jutta Stratmann, die für das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration einzelne Kommunen bei der Umsetzung des Projekt „Aktiv im Alter“ begleitet.
Von ihren jeweiligen Moderatoren begleitet ließen sich die Veranstaltungsbesucher, die bereits bei ihrer Anmeldung Interessensfelder genannt hatten, bestimmten Arbeitsgruppen zuordnen. Diese nahmen dann auch umgehend ihre Arbeit auf und begannen mit dem Austausch ihrer Ideen.
So auch die Runde, sie sich mit dem Thema „Bildung und Fortbildung“ (Moderation: Prof. Dr. theol Herbert Ulonska) befasste und am Ende der Meinung war, dass im Alter zu lernen ein Lebensgewinn, und Sprachen zu lernen willkommenes Gedächtnistraining für jede Senioren sei.„Kultur und Reisen, Handwerk, Kunst und Kreatives“ (Moderation: Ramona Przybylsky) war Thema einer weiteren Gruppe, deren Mitglieder sich künftig einen „Jahreswandertag für Jung und Alt“, eine „Fahrradgruppe“, sowie eine „Ausstellung aller von Senioren gefertigten (Kunst)-Werke in Verbindung mit einem Kinder-Flohmarkt“ wünschten.
In der mit „Bewegung und Prävention“ betitelten Ideeninsel (Moderation: Dr. Mechthild Bonse) ging es um Sport, der unter Einbeziehung von Gebrechlichkeiten, Körper, Geist und Seele gleichermaßen guttut und möglichst regelmäßig betrieben werden sollte. Gewünscht wurden ein altersübergreifender Spiel- und Bewegungsplatz, sowie ein Bouleplatz; beide gedacht als Treffpunkt und Ort der Kommunikation.
In der Gruppe „Altersgerechtes Wohnen“ (Moderation: Helmut Berkemeier) drehte sich (fast) alles um Barrierefreiheit, diese im gesamten Wohnumfeld wie auch im Stadtbereich, bei Straßen und Gebäuden. Auf Vorschlag eines in dieser Gruppe mitwirkenden Rollstuhlfahrers ist geplant, demnächst einen Stadtrundgang zu unternehmen, um noch bestehende „Barrieren“ aufzuspüren und sich für deren Beseitigung einzusetzen. „Weitere Ruhebänke und Beleuchtung in den Promenaden“, war ein zusätzlicher Wunsch dieser Gruppe.
Und die Ideeninsel, bei der das Thema „Nachbarschaftshilfen und Dienstleistungen“ (Moderation: Herbert Dominitzki) im Mittelpunkt stand, machte sich stark für noch mehr bürgerschaftliches Engagement. Ein Klön-Treff am Nachmittag, ein Senioren-Meeting in Verbindung mit dem Wochenmarkt und eine Tauschbörse nach dem Motto: Wer kann was? waren das Ergebnis.
Um „Politische Partizipation“ (Moderation: Mareike Blömker) ging es bei einer weiteren Arbeitsgruppe. Dabei wollte man für die Stärkung des Bürgerwillens und eine bessere Kommunikation „mit verständlicher Sprache“ eintreten. Vorgeschlagen wurden in dieser Runde ebenfalls die Aufstellung von Stadtteil-Briefkästen, der Ausbau eines altersgerechten Einzelhandels, sowie ein Einkaufsdienst auf Anfrage.
In ihrem Schlusswort wies Dr. Mechthild Bonse auf die Folgeveranstaltung, das zweite Bürgerforum am Samstag, 6.Juni, hin. Mit dem Dank an alle Mitwirkenden, nicht zuletzt an die Frauen der FIZ-Kontaktstelle, Barbara Pietsch und Elisabeth Drost, die für immer neuen Nachschub auf der Kaffeetafel sorgten, ging das erste Bürgerforum zu Ende. Doch auch weiterhin heißt es „Alter gefragt“, wenn es um das Mitgestalten und Mitentscheiden älterer Menschen, der Bürger vor Ort geht.