Münster/Ibbenbüren. Mit der Vernehmung zahlreicher Zeugen will sich die 1. Große Strafkammer ein besseres Bild von der 31-jährigen Hausfrau aus Ibbenbüren verschaffen, die sich wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen am Landgericht Münster verantworten muss. Wie berichtet, hat die Mutter zum Prozessauftakt eingeräumt, in der Nacht zum 13. November 2007 ihr damals drei Wochen altes Baby so schwer misshandelt zu haben, dass der Säugling lebensgefährliche Verletzungen wie einen doppelten Schädelbruch und schwere Hirnverletzungen davongetragen hat. Dass die Angeklagte selbst als Kind Misshandlungen und Demütigungen erdulden musste, wolle sie aber nicht als Entschuldigung gelten lassen.
Zunächst hörte das Gericht eine 58-jährige Kinderärztin aus dem Krankenhaus, wo der Junge zur Welt kam. Sie betonte, dass die Mutter im Wochenbett liebevoll mit ihrem Baby umgegangen sei. Kurze Zeit später sei der Säugling mit erheblichen Verletzungen im Krankenhaus gewesen. Ihr sei sofort klar geworden, dass der Junge misshandelt worden sei.