Rheine. Seit Anfang Mai sind die Lippenbären im Naturzoo Rheine die großen Stars bei den Besuchern. Zusammen mit ihren Mitbewohnern, den Goldschakalen, ziehen sie jede Aufmerksamkeit auf sich, wenn sie in ihrer neuen Anlage balgen oder auf Nahrungssuche gehen.
Etwas im Schatten der Großbären hat sich derweil ein rechter Baby-Boom eingestellt, der in seiner Vielgestaltigkeit Beachtung verdient.
Schon zur Eröffnung der Bärenanlage war ein Zebrafohlen geboren worden, das sich aber noch nicht zeigte, weil es mit seiner Mutter die ersten Tage im Stall verbrachte. Mittlerweile ist der kleine Hengst aber ein überaus munteres Mitglied der Zebra-Großfamilie.
Bei den Sitatunga-Antilopen im Nachbargehege gab es gleich doppelten Nachwuchs, der sich noch vor den Augen der Besucher verbirgt. Die Mütter mit ihren Jungen verbringen die ersten Lebenswochen abgetrennt von der Herde. Anders als Zebra-Fohlen laufen die Antilopen-Kälber nämlich nicht ihren Müttern nach, sondern werden abgelegt und nur zum Säugen aufgesucht. Da ist der Aufenthalt im Stall und im Vorgehege zur Kontrolle sicherer, zumal die Jungen auch durch die Gittermaschen der Gehegeumzäunung schlüpfen können, und sich irgendwo unter Büschen ablegen.
Vielleicht wäre eine Affenmutter ganz froh, wenn sich ihr Kind mal von ihr ablegen würde. Aber soweit ist es bei dem jüngsten Dschelada-Nachwuchs, der sich Ende letzter Woche eingestellt hat, noch lange nicht. Damit kann bereits zum fünften Mal in diesem Jahr die erfolgreiche Nachzucht bei den seltenen Blutbrustpavianen vermeldet werden, eine ganz besonders freudige Nachricht für die weitere Entwicklung dieses Erhaltungszucht-Programms.
Drei Köpfchen mehr tauchen aus den Erdbauten bei den Präriehunden auf. Alle Jahre wieder zeigt sich im Mai bei den mit den Murmeltieren verwandten Erdhörnchen der Nachwuchs an der Erdoberfläche. Dann ist er aber schon einige Wochen alt: Als hilflose Nesthocker werden sie untertage von ihrer Mutter versorgt, bis sie selbständig den Weg ans Tageslicht finden.
Auch die Pinguine betreuen ihre Küken normalerweise „unter Ausschluss“ der Öffentlichkeit in Felshöhlen. In diesem Jahr hat aber ein Paar seine Kinderstube in einer Schau-Bruthöhle eingerichtet, und da kann man derzeit hautnah das Heranwachsen zweier Jung-Pinguine mitverfolgen.
Bei soviel Baby-Offensive müssen sich die Lippenbären schon ziemlich anstrengen, um sich in der Gunst der Tierfreunde zu behaupten...