Der qualvolle Tod des „Raul“

Dieter Schliek, Thomas Dalhoff, Monika Driemeyer und Heinz Wetter (von links) mit „Luc“ hinter dem Gatter, das seit dem Gifttod von „Raul“ für den Auslauf gesperrt bleibt. Das kleine Bild zeigt zwei Buchecker-Hülsen, in denen sich eine mysteriöse Paste befindet.Fotos (2):
Dieter Schliek, Thomas Dalhoff, Monika Driemeyer und Heinz Wetter (von links) mit „Luc“ hinter dem Gatter, das seit dem Gifttod von „Raul“ für den Auslauf gesperrt bleibt. Das kleine Bild zeigt zwei Buchecker-Hülsen, in denen sich eine mysteriöse Paste befindet.Fotos (2):
(Michael Baar)


Lengerich - Heinz Wetter und Dieter Schliek sind gestern Morgen bei der Polizei gewesen. Sie haben Strafanzeige gestellt. Gegen unbekannt. Der Grund: Ihre Hunde zeigen alle Symptome einer Vergiftung. „Raul“, der sieben Jahre alte Schäferhund von Heinz Wetter und Monika Driemeyer ist tot. „Der ist qualvoll verendet“, sagt Heinz Wetter und wischt sich eine Träne aus dem Augenwinkel.

„Der ist vergiftet worden. Das hat die Tierärztin sofort gesagt“, ergänzt seine Lebensgefährtin Monika Driemeyer. „Mit Rattengift“, habe die Veterinärin nach einem kurzen Blick auf den Kot hinzugefügt. Rattengift würden Hunde und Katzen pur nicht anrühren. Es muss also in einem Köder versteckt gewesen sein. Wo der Schäferhund das Gift aufgenommen haben könnte?


An der Tecklenburger Straße geht seit Monatsbeginn die Angst um bei Hundebesitzern. Thomas Dalhoff hat zwei Labrador-Mischlinge. Der eine habe über eine Woche lang unter Brechdurchfall gelitten. „Der hat nur überlebt, weil er am zweiten Tag wieder Flüssigkeit aufgenommen hat“, schwingt Erleichterung in seiner Stimme mit. Dass seine beiden Vierbeiner sehr unterschiedlich reagiert haben erklärt er sich damit, „dass der eine sich fast nur im Haus aufhält“.

Dieter Schliek ist stinksauer. „Wir haben jeden Tag gedacht, der geht ein“, erinnert er sich an die Leiden seines belgischen Schäferhundes. Urin und Kot hätten ausgesehen wie Blut, „es hat widerlich gestunken“.

Mit Heinz Wetter ist er gestern Morgen zur Polizeiwache gegangen. Die beiden Hundebesitzer hatten einige Fundstücke dabei, die sie im Verdacht haben, mit Gift versetzt zu sein. Es gab kleine Plastiktüten mit einer Substanz, die ähnlich wie dickflüssige Suppe ausgesehen hat. Buchecker-Hülsen, in die eine mysteriöse Paste geschmiert worden ist, große Knochen, die mit einer unbekannten Substanz gefüllt waren.

„Einen Knochen haben wir durchgesägt. Da ist dann ein weißes Pulver herausgerieselt“, erzählt Dieter Schliek. Die drei Nachbarn haben das Ordnungsamt informiert und mit dem Tierschutzverein gesprochen. „Die haben aufmerksam zugehört“, fühlen sich Heinz Wetter und Dieter Schliek mit ihrem Anliegen bei der Polizei ernst genommen. Die Staatsanwaltschaft wird eingeschaltet, entscheidet, wie es weitergehen soll.

Die Hundebesitzer hoffen darauf, dass sich vielleicht noch weitere Betroffene melden. Sie sind sich fast sicher, dass jemand vorsätzlich Gift-Köder auslegt. Wer ebenfalls entsprechende Krankheits-Symptome bei seinem Hund (beispielsweise Brechdurchfall) entdeckt, sollte sich mit Heinz Wetter ( ' 01 52/09 86 55 99) in Verbindung setzen.

Ihn hat die Sache besonders schwer getroffen. „Raul habe ich vor sieben Jahren geschenkt bekommen, als ich schwer erkrankt war. Der hat mir sehr gut getan“, sagt er mit leiser Stimme. „Der war unglaublich kinderlieb“, fügt er hinzu. Jetzt gilt seine ganze Fürsorge „Luk“. Der ist neun Monate alt, ebenfalls ein Schäferhund, sehr verspielt - und scheint ähnlich groß zu geraten wie „Raul“.


29 · 10 · 09



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