Gentechnik weckt Ängste

Greg Masser bei seinem Vortrag vor Landwirten aus der Region
Greg Masser bei seinem Vortrag vor Landwirten aus der Region
(Marlies Grüter)


-grü- Saerbeck/Kreis Steinfurt. Daran erinnern sich viele Verbraucher noch gut: Vor drei Jahren erregte gentechnisch veränderter Reis aus den USA, der in den europäischen Lebensmittelhandel gelangt war, großes Aufsehen. Der internationale Reismarkt brach zusammen.

Ein Reiserzeuger, der nur ungern an diese Zeit zurückdenkt, ist Greg Masser, Präsident der kalifornischen Reisbauern. Er war auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und des Vereins Regionale Landwirtschaft Münsterland (RLM) am Mittwochabend Gastreferent eines Informations- und Diskussionsabends, der die Agro-Gentechnik kritisch auf den Prüfstand stellte. Greg Masser vertrat den zunächst angekündigten US-Amerikanischen Rechtsanwalt Bill Wenzel, der seine Teilnahme wegen anderweitiger Verpflichtungen absagen musste.


Masser schilderte den über 120 Besuchern der Veranstaltung die Bedingungen des Reisanbaus im Mississippi-Delta (und in Kalifornen) und berichtete von zwei Gentechnikskandalen. In Kalifornien wurde nach scharfen Protesten der Bauern ein Freisetzungsversuch mit Reis gestoppt, der mit „eingepflanzter“ menschlicher DNA besondere Proteine für die Medikamentenherstellung erzeugen sollte. Im Mississippidelta breitete sich 2006 gentechnisch veränderter Reis von einem kleinen Versuchsacker auf über eine Fläche von einer Million Hektar aus und gelangte in die Regale der Supermärkte nach Europa und Asien.

„Daran ist zu sehen, wie unberechenbar gentechnische Versuche sind und welche wirtschaftlichen Schäden sie anrichten können“, so Masser. Dennoch, bedauerte der Reisbauer, unterstützt die US-Regierung den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. „Gestoppt werden kann das nur, wenn es für die Genpflanzen keinen Markt mehr gibt“, verdeutlichte Masser.

Der Ruf nach gentechnikfreier landwirtschaftlicher Produktion wird auch im Kreis Steinfurt immer lauter. Mehr als 600 ökologisch und konventionell wirtschaftende Bauern der Region haben schon eine freiwillige Verpflichtungserklärung unterschrieben, kein gentechnisch verändertes Saatgut einsetzen und in der Viehhaltung auf gentechnikfreie Futtermittel zurückzugreifen. „Das funktioniert gut“, berichteten Christian Schipmann (konventioneller Ferkelerzeuger aus Saerbeck) und Leonhard Große-Kintrup (konventioneller Milchviehhalter aus Münster) aus der Praxis gentechnikfreier Fütterung. Auch die Belieferung der Landwirte mit gentechnikfreiem Futter ist kein Problem, wie Reinhard Gilhaus (RCG Saerbeck) verdeutlichte: „Gentechnikfreies Sojaschrot holen wir direkt vom Hafen in Rotterdam in den Kreis.“


12 · 02 · 09



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