Lüdinghausen. Einen Blick in die Lüdinghauser Geschichte wirft die Serie „Geschichten zur Geschichte“, die die Westfälischen Nachrichten in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Westfälische Geschichte an der Volkshochschule Lüdinghausen in lockerer Folge veröffentlichen.
Lange kalte und windarme Zeiten, wie wir es in den vergangenen Tagen hatten, stellten in früheren Zeiten ein großes Problem dar, weil dann weder Wasser- noch Windmühlen arbeiten konnten und es keinen Mehlnachschub gab. Trotzdem sehnten die Menschen damals kräftige Winter herbei, weil dann die Wege gefroren waren und man Steine und Holz zu dieser Zeit gut transportieren konnte. Denn wenn es nicht gerade einen heißen Sommer gab, war es vor dem Beginn des Chausseebaus im 19. Jahrhundert kaum möglich, schwere Lasten auf den kaum befestigten Straßen zu transportieren. So warteten etwa auch die Stadtväter von Lüdinghausen immer auf das kalte Wetter, weil dann die in den gemeinen Marken geschlagenen Baumstämme zur Lippe gefahren werden konnten. Sie wurden geflößt und dienten zum Beispiel dem Schiffsbau in den Niederlanden. Wie verbreitet diese Vorgehensweise war, zeigt auch, dass es beim Wegegeld einen extra günstigen Tarif für das sogenannte Lipholz gab.