Diamantener Meisterbrief für Paul Keller

Schornsteinfegermeister Paul Keller (3..v..r.) erhielt gestern den Diamantenen Meisterbrief von Handwerkskammerpräsident Hans Rath (r.), hier mit (v..l.) Klaus Fels (Bezirksschornsteinfegermeister (BSM) Lette), Leo Hölscher (BSM Altenberge und ehemaliger Lehrling), Kurt Borowski (BSM Senden), Hannelore Keller, Horst Kuhl (BSM Coesfeld) und Karl-Heinz van Wesel (Obermeister der Schornsteinfegerinnung des Regierungsbezirks Münster).
Schornsteinfegermeister Paul Keller (3..v..r.) erhielt gestern den Diamantenen Meisterbrief von Handwerkskammerpräsident Hans Rath (r.), hier mit (v..l.) Klaus Fels (Bezirksschornsteinfegermeister (BSM) Lette), Leo Hölscher (BSM Altenberge und ehemaliger Lehrling), Kurt Borowski (BSM Senden), Hannelore Keller, Horst Kuhl (BSM Coesfeld) und Karl-Heinz van Wesel (Obermeister der Schornsteinfegerinnung des Regierungsbezirks Münster).
(Foto: sgo)


-sgo- Billerbeck. Außergewöhnliche Auszeichnung für Paul Keller: Der 83-jährige Billerbecker nahm gestern für 60 Jahre Meisterschaft im Schornsteinfegerhandwerk den Diamantenen Meisterbrief vom Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Rath, entgegen. Der Kammerpräsident lobte Kellers langjährige Treue zum Beruf und sein Verantwortungsbewusstsein gegenüber nachfolgenden Generationen. Sechs Lehrlinge bildete Keller aus, alle sechs machten später ihren Meister. Einer von ihnen, Leo Hölscher, war gestern auch unter den zahlreichen Gratulanten, die sich im Hause Keller an der Massonneaustraße eingefunden hatten.

Seine eigene Ausbildung absolvierte Paul Keller von 1940 bis 1943 in seinem Geburtsort Dorsten bei Hans Frericks. Keller betonte, dass der Beruf des Schornsteinfegers trotz der schwierigen Zeiten sein Wunschberuf gewesen sei. "Mein Vater war Bäcker, aber das frühe Aufstehen lag mir nicht", flachste der Jubilar, der seine Meisterprüfung am 6..November 1948 vor der Handwerkskammer Münster ablegte. Als Bezirksschornsteinfegermeister wurde Keller dann 1960 nach Billerbeck versetzt. Insgesamt 2200 Häuser fielen in seine Zuständigkeit. In Billerbeck und Umgebung ist der "schwarze Mann", der seit 19 Jahren im Ruhestand ist, bestens bekannt. Paul Keller betonte die Nähe seines Standes zum Kunden: "Ich habe nicht nur den Kamin gekehrt, sondern auch die Sorgen der Leute angehört. Viele haben sich gefreut, mal ne Runde mit jemandem quatschen zu können." Einmal habe er sogar geholfen, ein Kalb auf die Welt zu holen, erinnert sich der Schornsteinfeger.


Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Keller zehn Jahre lang auch als Kreisobmann der Schornsteinfegerinnung. Darüber hinaus nahm er aktiv am gesellschaftlichen Leben in Billerbeck teil. Im Stadtrat war er zwölf Jahre aktiv, der Freiwilligen Feuerwehr hielt er 65 Jahre lang die Treue.

Der rüstige Rentner und naturverbundene Jäger klettert heute zwar nicht mehr auf die Dächer, aber er und seine Frau Hannelore halten sich mit Schwimmen, Kegeln und Kartenspielen fit. Zudem liest Paul Keller gerne, am liebsten Wilhlem Busch. Sein Favorit dürfte dann wohl das Gedicht vom Müller und dem Schorsteinfeger sein.


19 · 10 · 09



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