Bebauungsplan kommt später
Reken/Heiden/Borken (lie). Abgesetzt von der Tagesordnung der jüngsten Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbands Westmünsterland Gewerbepark A 31 hat der Vorsitzende Rolf Lührmann die Beschlussfassung des Bebauungsplans IKG 1 „Westmünsterland Gewerbepark A 31“.

Lührmann erläuterte gegenüber der BZ, im Bebauungsplan müsse der Verband die Ausgleichsmaßnahmen parzellengenau darstellen. Weitestgehend sei die Ersatzaufforstung geregelt, aber es fehlten noch etwa zwei Hektar. Die Verhandlungen darüber liefen zurzeit, so Lührmann weiter. Bei der ersten Änderung des Flächennutzungsplans für das Verbandsgebiet im Bereich südlich des Wirtschaftswegs Kreulkerhok soll die Fläche für das einst geplante Regenrückhaltebecken umgewidmet werden. Diese Fläche werde nicht benötigt und deshalb zur Ausgleichsfläche, so der Vorsitzende. Das Regenrückhaltebecken, das auch dem Auffangen von Oberflächenwasser der Autobahn 31 diene, sei davon nicht betroffen, erklärte Lührmann.


Zum Haushaltsplan führte er aus, in diesem Jahr seien keine weiteren Investitionskosten geplant, auch bei den Betriebskosten müsse nicht nachgelegt werden. Man habe „noch einiges auf der hohen Kante“.

Auf Anraten der Wirtschaftsprüfer sollen die bisherigen Einzahlungen der Mitgliedskommunen - die Stadt Borken und die Gemeinde Reken und Heiden - zu Eigenkapital werden. Werde diese andere Verbuchungsform gewählt, könne die Ausgleichsrücklage des Verbands flexibler gestaltet werden.

Kritik äußerte ein Sprecher der Bürgerinitiative (BI): „Der Zweckverband scheint ein Verwirrspiel zu betreiben oder weiß selber nicht so genau, woran er ist“, meint Martin Hillenbrand: Noch am Samstag habe in der Einladung zur Zweckverbandssitzung gestanden, dass es unter Punkt 5 um die Offenlage des Bebauungsplans gehe. In der Sitzung selbst, nur vier Tage später, sei der Punkt dann von der Tagesordnung genommen.

Offenbar seien die Hürden und Schwierigkeiten bei dieser Planung größer, als man es sich eingestehen wolle, spekuliert die BI. „Wir wünschen uns, dass die Verantwortlichen endlich einsehen, dass all´ diese Probleme Ausdruck dafür sind, dass ein Gewerbe-/Industriegebiet an dieser Stelle einfach falsch platziert ist und letztlich auch zu teuer wird. Die Planung kommt nicht richtig in Schwung, weil die objektiven Schwierigkeiten an dem angestrebten Standort zu groß sind“, schreibt Hillenbrand. Wenn diese Erkenntnis endlich auch bei den Verantwortlichen Raum greife, könnten bessere und verträglichere Alternativen (zum Beispiel am Ortsrand) mit der nötigen Entschlossenheit angegangen werden, und Steuergelder würden nicht länger „in unrealistische Luftschlösser gesteckt“.

„Das könnte denen so passen“, sagte Lührmann zu den angeblichen Problemen, bevor er die Gründe für das Absetzen des Tagesordnungspunkt erläuterte.


25 · 02 · 10



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