Groß Reken (bus). Närrische Frohlockensrufe am Samstagnachmittag in Rekens Straßen. Unzählige Karnevalsfreunde, die Polizei spricht von 3000, strecken die Arme zum Helau und bilden ein farbenprächtiges Spalier für den Lindwurm des R.K.V. (Rekener Karnevalsverein). „Wir lassen uns das Feiern nicht verbieten!“ lautet das Motto. Warum auch? Es klappt doch prima!
Mit einem dreifach donnernden „Reken helau!“ hatte Markus Nieters, Vorsitzender des Karnevalsvereins R.K.V., den Höhepunkt der Session eröffnet, viel Spaß und Freude gewünscht. Fröhlich und unbeschwert passte die Stimmung der begeisterten Jecken auf den zahlreichen Mottowagen ebenso wie bei Groß und Klein entlang der Straßen.
Kamelle, Popcorn, Plüschherzchen und -bärchen, sogar 5000 selbst gebackene Plätzchen flogen vom Prinzenwagen aus herunter zum Volk. Das 15. Rekener Prinzenpaar Monika II. (Nottelmann) und Marc I. (Dütting) hatte einen großen Kreis von Freunden und Bekannten zur Verstärkung auf den Wagen geholt.
Nicht fehlen durfte natürlich das Kinderprinzenpaar Lisa Grave und Leonard Mette. Leonard freute sich besonders, „ganz oben auf dem Prinzenwagen mitzufahren, winken und Präsente werfen zu dürfen.“ Prinzessin Lisa fand es „einfach schön“.
„Reken zeigt Flagge“ war in Anspielung auf das Rekener Wappen auf dem Gemeinde-Gespann zu lesen. Bürgermeister Heiner Seier, die beiden Stellvertreter Brita Weishaupt sowie Dr. Mariele Averkamp und 15 Mitarbeiter aus dem Rathaus versteckten sich nicht, sondern bezogen eindeutig Position.
Bei bibbernder Kälte brachten einzelne Gruppen, unter anderem „Das Kloster der Scheinheiligen“, unter Getöse aus den Musikboxen ihre Fuhrwerke zum Wackeln. Rappelvoll waren auch „Die Wikinger“ besetzt.
Jutta (24) und Damian (31) aus Essen fanden´s „superschön“, ihre Freunde hier zu unterstützen. Sie müssen´s wissen: Schließlich haben die beiden an den vergangenen Tagen die kräftige Schminke und bunte Kostüme bereits mehrfach in Köln erlebt.
Die Veranstaltung verlief nach Mitteilung der Polizei ohne Störungen. Nach dem Umzug kam es auf der Hauptstraße zu einer kleineren Schlägerei. Dabei wurde ein 18-Jähriger verletzt. Er verließ das Borkener Krankenhaus nach ambulanter Behandlung. Verletzt hat sich eine 17-jährige Heidenerin, die auf der glatten Fahrbahn gestürzt und in eine Glasscherbe gefallen war. Auch sie wurde ambulant behandelt. Die Polizei kontrollierte 30 Jugendliche, die alkoholische Getränke mitführten. Zehn Liter alkoholische Getränke wurden während des Einsatzes sichergestellt.