Raesfeld (era). Sie sind unter die besten Zehn gekommen ein toller Erfolg für das Schachteam der St. Sebastiangrundschule beim Partnerschulturnier anlässlich der Schacholympiade in Dresden. 60 Schulmannschaften waren angetreten, um die Sieger zu ermitteln und den erwachsenen Meistern ihres Faches beim Nationenwettkampf an der Elbe aufs Brett zu schauen. Jedes Schulteam vertrat dabei ein Land. Die Raesfelder traten beim Schülerwettsreit für Kirgisien an (die BZ berichtete).
Qualifiziert hatten sich die Sebastianschüler Ende April in Dortmund als Zweitplatzierte. Dass sie ein kampfstarkes Team sind, bewiesen David Ridder, Hendrik und Marcel Tünte, Klaus Beckmann, Stefan Mümken, Matthias Küpers sowie Sebastian Möllers und Daniel Gerdes, die mittlerweile die Nünning-Realschule Borken besuchen, aber beim Qualifikationsturnier noch Grundschüler waren, eindrucksvoll.
Von sieben Partien gewannen sie fünf. Unter den Gegnern waren auch etliche Gymnasiasten bis zum sechsten Schuljahr. "Spannen wurde es im letzten Spiel. Ein 4:2-Sieg war nötig, um unter die ersten Zehn zu gelangen. Als wir 0:2 zurücklagen und ein Spieler noch seine Dame verlor, habe ich erst gedacht: Die Sache ist gelaufen", erinnert sich Manfred Grömping, Konrektor und Schachexperte an die entscheidende Phase. Doch die Raesfelder besannen sich auf ihre strategischen Fähigkeiten und holten letztlich noch einen 4:2-Sieg. Olympiasieger beim Partnerschulturnier wurde übrigens Deutschland, vertreten durch eine Grundschule aus Kanthy Mansijsk (Russland).
Neben der sportlichen Seite des Turniers beeindruckte vor allem die Eröffnungsfeier (eröffnet von Innenminister Wolfgang Schäuble) in der Dresdner Eissporthalle, bei der die Schüler mit Flaggen und Schildern der Nationen einliefen.
Die Raesfelder hatten in Dresden auch das Glück, die beiden kirgisischen Nationalspieler Nurdin Samakov und Semetey Tologontegin kennen zu lernen. Die Großen wie die kleinen Schachexperten wünschten sich gegenseitig viel Erfolg. Wenn die Kirgisen an den Brettern saßen, präsentierten die Schüler Kirgisiens Flagge mit Erfolg: 4:0 Auftaktsieg für Kirgisien notierte die Turnierleitung. Und noch etwas verband Raesfelder und Kirgisen. Die Sebastianschüler erhielten Post von der kirgisischen Botschaft. Der Botschafter bedauerte, nicht vor Ort sein zu können, schickte aber zwei kirgisische Schachspiele als Geschenk, und einen Brief in Russisch für die kirgisische Nationalmannschaft, den die Kinder übergeben haben.
David Ridder wird eines besonders in Erinnerung bleiben. Er durfte im Analysesaal neben Großmeister Klaus Bischoff Platz nehmen, der vor Ort am Großbildschirm die Partien der Olympiade analysierte.
Allerdings, so berichtet Manfred Grömping, war der Trip nach Dresden auch ziemlich anstrengend. "Die Kids hatten einen dichten Terminkalender." Von morgens um 7 Uhr bis abends 22.30 Uhr waren sie im Einsatz. Trotzdem blieb auch noch Zeit für Dresden: Die Altstadt mit Semperoper und Zwinger, die Elbe, der Goldene Reiter in der Neustadt... waren markante Punkte beim Sightseeing. Doch ganz besonders angetan waren die Kinder und ihre Begleiter von der Frauenkirche und dem Blick, der sich ihnen von der imposanten Kuppel aus auf Stadt und Elblandschaft bot.
Nach Dresden wartet schon die nächste Aufgabe: Die Schachkids wollen sich als NRW-Vertreter für die Deutsche Meisterschaft der Grundschulen in Thüringen qualifizieren.
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