Heiden (hhk). Natur und Tourismus - verträgt sich das? Passen die zusammen? Birgit Zimmermann, Fachfrau beim Kreis Borken für Naturschutz und Landschaftspflege, hat den Mitgliedern des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses in der jüngsten Sitzung erklärt, was sie vorhat. Sie möchte am „Schwarzen Venn“ und im Bereich des Kranenmeers eine Beobachtungskanzel aufstellen.
Wer in Blänken und Senken Sumpf- und Wattvögel brüten sehen will, muss sich keine nassen Füße auf dem Anmarsch holen. Denn Zimmermann und Co. führen die Interessierten gezielt über angelegte Wegstrecken - zum Teil sogar mit Laufstegen ausgestattet - zum Ziel.
Das Projekt trägt den Namen „grenzenlose Naturerlebnisse“. Um die Abwicklung kümmert sich der Kreis Borken als Träger und holt sich örtliche Firmen dazu, die bei der Realisierung helfen.
Mit Wohlgefallen nahmen die Politiker zur Kenntis, dass die Gemeinde nicht zur Kasse gebeten wird. Das Geld stammt aus einem Topf, auf dem „Europäischer Fonds für regionale Entwicklung“ steht. In vier Jahren dürfen 2,6 Millionen Euro für die touristschtische Erschließung grenzenloser Naturerlebnisse ausgegeben werden. Heiden bekommt also einen Bruchteil.
Die Gemeinde hat aber die Unterhaltung am Bein. Und da rechnen die Verantwortlichen allenfalls mit Kontrollfahrten des Bauhofs. Bürgermeister Heiner Buß geht davon aus, dass dort keine Ausflugsziele mit großen Papierkörben entstehen. Stille Beobachter und Naturfreunde oder mal eine Schulklasse sieht er über die Wege gehen. Die Politiker fragten Details zur Ausführung ab. Sie nahmen die Erläuterungen zustimmend zur Kenntnis.