Heiden (rpl). Ein langgestrecktes Gebäude mit einer gleichmäßigen Fensterfront zur Leblicher Straße hin: Kaum ein Heiden-Leblicher der 50-Plus-Generation, der mit dem Anblick dieses schlichten Bauwerkes nicht seine ganz persönlichen Erinnerungen verbände.
Dieses Gebäude war früher die Schule in Leblich. Über Jahrzehnte hinweg wurde hier in zwei großen Klassenräumen die hohe Kunst des Abc, des Kleinen Einmaleins und des Dreisatzes geübt. Bis zum Jahr 1968. Dann schwappte die „Landschulreform“ auch nach Heiden über - und die Beschaulichkeit der alten Zwei-Klassen-Schule fand ein Ende. Die Schüler mussten fortan in Heiden das Abc lernen - und das Schulgebäude suchte nach einer neuen Nutzung.
Diese fand sich schnell: Nachdem zunächst die Furnierwerke Schmelting hier für etliche Jahre ihr Domizil hatten, erwarb vor zwei Jahren die Grundstücksverwaltung Busch - Wissing - Weißkirchen GbR das Haus. Diese möchte nun das alte Bauwerk mit einer Komplettrenovierung in die Zukunft führen. Anschließend sollen in dem vergangenheitsträchtigen Haus zukunftsweisende Energiekonzepte entstehen: Die bereits jetzt am Standort tätige Firma B&W Energy, die sich mit der Planung und Installation von Photovoltaikanlagen beschäftigt, soll die ehemalige Schule als Verwaltungsgebäude nutzen.
„Die Baugenehmigung für das Erdgeschoss liegt vor, die Arbeiten sollen so schnell wie möglich beginnen - wir planen, spätestens im September hier einzuziehen“, berichtet dazu B&W-Mitinhaber Anton Wissing im BZ-Gespräch.
Am äußeren Erscheinungsbild der alten Schule solle sich möglichst wenig ändern, erläutert Wissing. Ein Wärmeverbundsystem für den Energiehaushalt, neue Fenster und ein neuer Dachstuhl sollen das Gebäude technisch auf den aktuellen Stand bringen.
Äußerlich sichtbar sein werde vor allem der Abbruch der Garage rechts neben dem Haus und der Einbau einer zentralen Eingangstür in der vorderen Gebäudefront.
Die ehemaligen Klassen- und Lehrerzimmer sollen sich in Büro- und Besprechungsräume verwandeln. Insgesamt 50 Büroplätze sollen auf Dauer entstehen, plant Wissing. Damit, so Wissing, werde auch der derzeit auf dem Grundstück stehende Bürocontainer endlich entbehrlich.
Der Schaffung neuer Bürokapazität, so machte Wissing deutlich, sei mit dem stetigen Wachstum der B&W Energy dringend erforderlich geworden. Das Unternehmen beschäftigt derzeit am Heidener Standort rund 75 Mitarbeiter.
Ganz allerdings wird das Lernen trotz aller Neuerungen auch in Zukunft nicht aus der alten Schule verbannt: Vier Auszubildende lernen derzeit bei B&W-Energy einen technischen oder kaufmännischen Beruf - im Sommer, so Wissing, sollen zwei weitere hinzukommen.