Heiden (bus). „Der hat ja barfuß!“ Und das, obwohl es draußen ganz doll regnet und stürmt. Zum Glück ist es am Sonntagnachmittag in der Westmünsterlandhalle trocken und kuschelig. Mit Schokoriegel und Trinkflasche ausgestattet verfolgen 150 große und kleine Gäste die Abenteuer von Jule, dem Piratenschwein, das die Kitz-Theaterkumpanei aus Ludwigshafen auf die Bühne bringt. Der barfüßige Sven im orange-gelben Streifen-Shirt und roter Hose stellt zu Beginn drei Theaterregeln auf: Auf dem Po sitzen bleiben, zuhören und nicht quatschen und nicht an den Schauspielern „rumgrapschen“, wenn sie im Publikum spielen - „die könnten beißen“.
Letzteres nimmt der kleine Steppke in der vorderen Reihe wohl etwas zu wörtlich, als der Seemann direkt vor seiner Nase auf den „Aussichtsturm“ steigt, um nach einer Insel Ausschau zu halten. Auf Muttis Arm ist es doch sicherer! Judith (8) dagegen ist mit ihrer Mutter gekommen, hat Freundin Charlotte (8) und deren Bruder Jakob (5) mitgebracht. Die drei in der hinteren Reihe freuen sich seit Wochen und sind ganz gespannt. Sven entdeckt die bunte Insel „Huhu“, die scheinbar niemandem gehört - und wo doch von einer schreienden Palme Kokosnüsse herunter fallen. Fantasievoll verläuft die Seeräubergeschichte vom Schwein im Fass, das quiekt, wenn es einen Schatz vermutet, und grunzt, wenn Gefahr in Verzug ist.
Der wilde Pirat Knurrhahn am Bühnenrand mimt durch sein übles Brummen den goldgierigen und gemeinsten Pirat der Meere, stimmt aber durch seine Begleitung am Schifferklavier wieder friedlich. „Joho joho, die Insel mag kein Schwein.“ Auch gemeinsames Singen versöhnt. Am Ende war´s dann gar nicht so schlimm. Die drei in der hinteren Reihe jedenfalls fanden´s spannend und trauen sich durch echtes Seeräuberwetter nach Hause.