Bullemänner - immer da, immer nah

Auch die Kirche zogen die beiden westfälischen Komiker durch den Kakao.
Auch die Kirche zogen die beiden westfälischen Komiker durch den Kakao.
(Foto: Jünck)


Heiden (jü). In welchem westfälischen Ort auch immer: Wenn die „Bullemänner“ einen ihrer vergnüglichen Auftritte haben, ist ihnen ein volles Haus sicher. Gleich zwei Mal machten die Bullemänner, alias Augustin Upmann und Heinz Weißenberg, als Schutzengel in der Düwelsteen-Gemeinde Station. „Sekuhrity- Sicherheit auf westfälisch“, so lautete das frech-frivole Programm am Samstagnachmittag und -abend in der Westmünsterlandhalle, bei dem kein Zuschauer vor dem bekannt beißenden Spott des Duos sicher war.

Als Schutzengel hatten sich die Bullemänner casten lassen. Kein leichter Job, wie sich herausstellte. Denn: „Im Ranking kommen westfälische Schutzengel noch hinter den Sizilianern.“ Das Gute jedoch: Ein westfälischer Schutzengel verliere nie die Nerven, auch wenn überall Gefahren lauerten.


In Ruhe abwarten und gucken, laute die schlichte Divise der westfälischen Himmelswesen. Denn: „Dat meiste erledigt sich sowieso von selbst.“ Überhaupt: Eine echte westfälische Eiche könne so schnell nichts erschüttern. „Ich sach erst mal nix“, nach dem Motto lebten speziell die männlichen Exemplare. Gewohnt kaltschnäuzig und dennoch warmherzig hielten die Akteure dem Heidener Publikum den typischen Charakter des Münsterländers vor die Nase.

Die Kirche, meinte das Duo, könne „für mehr Dampf im Gotteshaus“ sorgen. Eine modernes Pay- back-System für den Klingelbeutel regten die Akteure an. „Karl Faktor“, der Integrator vom Campingplatz, hatte Tipps zur Einbürgerung ausländischer Mitbürger, und zwar „durch deutsche Primärtugenden.“ Charmant und liebevoll, dabei immer saukomisch, erzählten die Bullemänner vom Leben der westfälischen Schutzengel: „Die sind immer da, immer nah, aber nie wenn wat war.“ Die Bullemänner brachten die schrägen Typen aus der westfälischen Provinz, genauestens beobachtet, auf die Bühne.

Raus aus der beschaulichen Heimat und hinein in die globalisierte Welt wagte sich das Duo dann auch. Afrikanische Flüchtlinge bekamen den Weg in die westfälische Maissavanne aufgezeigt. Und ein Schweineerzeuger aus Westfalen flirtete gar mit dem Buddhismus.

Mit gewohnt skurrilem und intelligentem Witz zog das Duo das Publikum in den Bann. Das fand das Programm zum Brüllen komisch und spendete kräftigen Applaus.


28 · 02 · 10



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