Heiden. Der alte Kirchplatz ist in seinem jetzigen Zustand kein Schmuckstück. Politisch gewollt ist, ihn zu bebauen. Einen ersten Entwurf für den Bau eines Ärztehauses hat Architekt Prof. Manuel Thesing dem Gemeinderat im Dezember vorgestellt. Die Politiker nahmen den Entwurf zustimmend zur Kenntnis. BZ-Redakteur Hubert H. Konert stellte dem Architekten einige Fragen.
Herr Prof. Thesing, wem nutzt die Bebauung?
Thesing:: Grundsätzlich nutzt die Bebauung allen, da sie eine eindeutige Aufwertung des Platzes mit sich bringt. Zudem gilt es, die ärztliche Versorgung und medizinische Betreuung für die Bevölkerung in Heiden zu sichern. Ich bin froh, daß es uns gelungen ist, hierfür einen realistischen Lösungsansatz bieten zu können. Der alte Kirchplatz bietet exzellente Qualitäten zur Umsetzung des Vorhabens. Die Leistungen sind zentral und gut erreichbar für alle. Durch Synergieeffekte kann das gesamte heimische Gewerbe von der Neubebauung profitieren.
Wie werden Sie der Platz-Historie gerecht?
Thesing: Das historische Zentrum Heidens erhält eine neue Bedeutung für die zukünftige Ortsentwicklung. Die Bebauung schafft es, Tradition und Gemeinschaft miteinander zu verbinden. Es wird wieder eine Nutzung beherbergen, die der Allgemeinheit zugute kommt. Der neue Baukörper wurde in Anlehnung an die ehemalige Kirchbebauung entwickelt. Material und Form sind aus dem historischen Kontext begründet.
Die übliche Dachform entlang der Borkener Straße als auch am alten Kirchplatz ist das Satteldach. Die Hauptfirstrichtung verläuft parallel zur Straße. Deswegen ist das Satteldach mit der Hauptfirstrichtung in Straßenrichtung zeichnerisch festgesetzt.
Was wird aus der Bushaltestelle, den Müllcontainern und den vielen Fahrrädern der Schüler?
Thesing: Die Bushaltestelle bleibt erhalten, eine geringfügige Verlegung ist aber möglich. Fahrradstellplätze werden in die Platzgestaltung integriert. Entlang der Borkener Straße soll entsprechend des jetzigen Ausbauzustandes ein verkehrsberuhigter Bereich angelegt werden. Details werden mit allen Nutzern abgestimmt.
Auf dem alten Kirchplatz kann man jetzt gut parken...
Thesing: ...das soll auch in Zukunft so bleiben. Durch die Bebauung wird lediglich die Anordnung der Parkplätze verändert. Sie werden weiterhin Kunden und Besuchern des Ortszentrums zur Verfügung stehen.
Was passiert mit Bäumen und Sträuchern und dem Steinkreuz?
Thesing: In der aktuellen Planung wird der Platz neu strukturiert und mit Bäumen eingefaßt. Das Steinkreuz läßt sich in die Neugestaltung einbinden oder man überlegt mit Kirche und Gemeinde, außerhalb des Plangebiets einen neuen Standort zu finden.
Rechnen Sie mit einem Anstieg der Verkehrsbelastung?
Thesing: Die Verkehrsfrequenz wird tagsüber zunehmen. Kundenverkehr ist nachts wegen der Öffnungszeiten nicht zu erwarten.
Lassen Sie die Katze aus dem Sack? Wer sind die Investoren? Welche ärztlichen Fachrichtungen ziehen in das Zentrum ein?
Thesing: Das Haus der Gesundheit wird allgemeinmedizinische wie fachärztliche Bereiche abdecken. Ich bin froh, auf Investorenseite auf Menschen zu treffen, denen das Wohl Heidens am Herzen liegt.
Ist der Vertragsentwurf mit den Investoren schon fertig?
Thesing: Alle Seiten arbeiten an einem positiven Abschluss.