Borken
Thema: Rückenleiden
18.02.2016

BZ-Abendsprechstunde vor 400 Zuschauern in der Stadthalle Vennehof

Dass Rückenleiden ein echtes Massenphänomen ist, spiegelte sich am Mittwochabend in der vollbesetzten Stadthalle wider. Probleme mit der Wirbelsäule haben nicht nur ältere Personen, sondern betrifft Altersschichten gleichermaßen.

Von Sven Kauffelt

Durch Hape Kerkelings berühmte Kunstfigur Horst Schlämmer ist „Ich hab‘ Rücken“ zu einem geflügelten Wort geworden. Diejenigen aber, die wirklich Probleme mit der Wirbelsäule haben, ist dabei nicht zum Schmunzeln zumute. 85 Prozent der Deutschen, so erklärte es Moderator und BZ-Redakteur Edgar Rabe zu Beginn der „Abendsprechstunde“ am Mittwoch, klagen irgendwann in ihrem Leben über Rückenschmerzen. Dass fast alle 400 Stühle in der Stadthalle besetzt waren, wundert vor diesem Hintergrund nicht.

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Behandlungsmethoden

Die drei Krankenhausärzte Dr. Frank Rubenthaler, Dr. Jörg Daufenbach und Dr. Markus Mischo gaben einen Überblick über die Behandlungsmethoden in Fällen, die weit über ein Zwicken im Kreuz hinausgehen. „Die Medizintechnik“, erklärte Mischo, „hat in den vergangenen Jahren unglaubliche Fortschritte gemacht.“

Minimalinvasiv ist eines von mehreren Stichworten. Dr. Rubenthaler, Chefarzt der Chirurgie in Borken, erklärte eine Therapieform, die an den Nervenwurzeln ansetzt. Mit feinen Kanülen können Schmerzmittel zielgenau eingesetzt werden. „Man kommt so sehr nah an die schmerzverursachende Stelle heran und kann die ideale Medikamentenmenge einsetzen“, sagte er.

 

Beschwerden lindern

Was alle drei Mediziner betonten: In aller Regel geht es bei schweren Beschwerden nur darum, diese zu lindern. „Lebensqualität wieder herstellen“, nannte Daufenbach das. Der Chirurg sprach über Möglichkeiten der Behandlung in Fällen, in denen selbst nach einer Wirbelsäulen-Operation keine wesentliche Besserung eingetreten ist. Das sei in bis zu zehn Prozent der Fälle möglich und könne ganz unterschiedliche Ursachen haben. Die Psyche spielt dabei häufig eine sehr große Rolle, wie auch Dr. Rubenthaler betonte. Entsprechend interdisziplinär seien dann auch die Therapie-Ansätze, die von der Krankengymnastik bis zur Psychotherapie reichen. Speziell im Alter, wenn die Knochen brüchig werden, reichen konservative Behandlungen häufig nicht mehr aus. Dr. Markus Mischo stellte Operationsmethoden vor, mit denen spröde und brüchige Wirbel wieder stabilisiert werden könnten: durch Einspritzung von Zement etwa oder durch den Einsatz von Gelenkschienen, die an der Wirbelsäule angebracht werden.

Richtig bewegen

Und was kann man tun, damit es erst gar nicht so weit kommt? Bewegen. Aber richtig. Stefan Spooren vom Gesundheitszentrum des Marien-Hospitals ist Dauergast bei den Abendsprechstunden. Am Mittwoch zeigte er dem sitzenden Publikum einige Übungen, mit denen sich Beschwerden der Kategorie „Ich hab‘ Rücken“ lindern lassen – und die deshalb auch geeignet sind, Eingriffe zu vermeiden.

Video: borio.tv
BZ-Abendsprechstunde - Thema: Rückenleiden
Autor: Sven Kauffelt
Tel: 02861/944160

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