Atomkraftgegner mit Autokorso unterwegs - Proteste in NRW

Die Urenco-Urananreicherungsanlage in Gronau.
Die Urenco-Urananreicherungsanlage in Gronau.
(Foto: Wilfried Gerharz)


Gronau/Duisburg/Jülich - Bei zwei voneinander unabhängigen Kundgebungen haben Atomkraftgegner am Samstag in Nordrhein-Westfalen für ein Festhalten am Atomausstieg demonstriert. In Gronau demonstrierten Aktivisten der Umweltschutzorganisation „Greenpeace“ mit dem Spruch „Atomausstieg schützt“ vor einer Halle der Betreiberfirma der münsterländischen Urananreicherungsanlage Urenco. Die Protestaktion dauerte rund zwei Stunden.

„Tödliche Risiken gehen in der Atomenergie nicht nur von Reaktoren aus, sondern von der gesamten Produktionskette“, sagte Greenpeace- Sprecher Heinz Smital. Am Donnerstag war es in der Urananreicherungsanlage in Gronau zu einem Störfall gekommen, bei dem ein Arbeiter radioaktiv kontaminiert wurde.


Mit einem Autokorso aus 22 Fahrzeugen protestierten Atomgegner zudem gegen geplante Atommüll-Transporte von Jülich in das Zwischenlager Ahaus. Nach Angaben der Polizei fuhren die rund 80 Demonstranten bei ihrem Autobahn-Aktionstag „Dem Castor entgegen“ von Ahaus durch Ruhrgebiet und Rheinland zum Forschungszentrum Jülich. Gegen Mittag versammelten sich die Teilnehmer der Protestfahrt gemeinsam mit rund 50 weiteren Atomgegnern zunächst zu einer Kundgebung an der Atommüll-Konditionierungsanlage in Duisburg-Wanheim.

Der Autokorso fuhr anschließend weiter in Richtung Jülich. Dort fanden sich am Nachmittag auf dem Marktplatz nach Polizeiangaben zu einer weiteren Kundgebung rund 120 Demonstranten ein. Die Protestfahrt endete schließlich mit am Gelände des Forschungszentrums Jülich.

Aufgerufen hatten unter anderem neun im Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen zusammengeschlossene Initiativen, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND/NRW) und das Klimabündnis Niederrhein.

Nach dem Störfall in Gronau gehe es dem durch radioaktive Strahlen kontaminierten Arbeiter weiterhin gut, sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Münster am Samstag. Bei ersten Untersuchungen seien Spuren von Uran im Urin des 45-Jährigen nachgewiesen worden. Erst am Montag bestehe jedoch Gewissheit über das Ausbleiben eventueller Frühschäden. Für eine langfristige Prognose sei es noch zu früh.


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