Heiden - In der Nacht zu Samstag kam es in Heiden (Kreis Borken), auf der L 600, gegen 22.15 Uhr, zu einem folgenschweren Verkehrsunfall mit insgesamt vier schwer und vier leicht verletzten Personen. Innerhalb einer unübersichtlichen Kurve stießen dort zwei Autos frontal zusammen, nachdem zwei 20 und 19-jährige PKW-Fahrer aus Velen und Heiden einen vorausfahrenden Pkw überholen wollten.
Der 20-jährige konnte gerade noch wieder einscheren und drängte dabei den Überholten auf den Grünstreifen. Der dahinter fahrende 19-jährige Heidener stieß dann aber frontal mit dem Wagen eines entgegenkommenden 25-Jährigen aus Borken zusammen. Der Wagen des 25-jährigen überschlug sich und kam auf den angrenzenden Grünstreifen zum Stillstand. Der Borkener wurde in seinem Auto eingeklemmt und musste mit lebensgefährlichen Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden.
Eine 23-jährige Mitfahrerin wurde schwer verletzt ins Borkener Krankenhaus gebracht; zwei 14 und 12-jährige Kinder, eines hinten sitzend, eines auf dem Beifahrersitz, wurden leicht verletzt. Auch der 19-jährige Heidener, der überholt hatte, wurde lebensgefährlich verletzt und musste in eine Spezialklinik geflogen werden. Seine 18-jährige Mitfahrerin aus Borken wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.
Die Insassen des Autos, der überholt und auf den Grünstreifen gedrängt wurde (39-jähriger Fahrer aus Borken und ein elfjähriges Mädchen aus Heiden) erlitten einen Schock und mussten ambulant werden. Gesamtbilanz: Zwei lebensgefährlich verletzte Personen; zwei schwer verletzte Personen, vier leicht verletzte Personen. Sachschaden: 11000 ,- Euro.
Die bisherigen Ermittlungen und Zeugenaussagen deuten darauf hin, dass drei junge Männer aus Velen und Heiden offensichtlich ein so genanntes "Rennen" gefahren haben. Ein 47-jähriger Zeuge, der sich mit seinem Pkw hinter der Gruppe befand, gab an, dass die drei Fahrzeuge zuvor stark beschleunigten und sich mehrmals gegenseitig überholten, bis es zu dem Unfall kam.
Die zuständige Staatsanwaltschaft Münster ordnete die Hinzuziehung eines Sachverständigen an. Die Führerscheine aller drei jungen Autofahrer des vermeintlichen "Rennens" wurden an Ort und Stelle sichergestellt. Die L 600 war bis in den frühen Morgen gesperrt.